Grete Back

Die Dresdner Fotografin Grete Back wurde unter dem bürgerlichen Namen Margarete Bertha Back am 9. März 1878 im sächsischen Bad Schandau als zweites von fünf Kindern in eine Apothekerfamilie geboren1. Über ihre Kindheit und schulische Ausbildung ist nichts überliefert. Vermutlich verbrachte sie die erste Zeit ihres Lebens in Dresden, denn die Eltern besaßen ein Haus in Dresden-Blasewitz.

1907 begann Grete Back eine Fotografenausbildung bei dem berühmten Dresdner Porträtfotografen Hugo Erfurth (1874-1948), die sie 1908 abschloss. Danach ging Grete Back nach Den Haag zu der Porträtfotografin Helena Goude (1868-1951), um bei ihr weitere praktische Erfahrungen im Bereich Fotografie zu sammeln. Direkt im Anschluss führte sie ihr Weg nach London zu dem britischen Porträt-, Reise- und Topofotografen Emil Otto Heppe (1878-1972). Von beiden erhielt Grete Back anerkennde Bewertungen, die ihr den Weg zu einem erfolgreichen Berufsweg als Fotografin2 .

1910 legte Grete Back die Fotografengehilfeprüfung ab. Ein Jahr später, 1911, folgte die Meisterprüfung an der Lehr-und Versuchsanstalt für Photographie in München. Im Anschluss kehrte sie in das Elternhaus nach Dresden, Friedrich-August-Straße 24 (heute Prellerstraße 24)3 .

Dort hatte sie bereits 1909 ein Atelier eröffnet und ein Gewerbe angemeldet.4 Im Straßen- und Gewerbeverzeichnis Dresden-Blasewitz ist erstmals 1911 der Eintrag „Back, Grete, Lichtbildnerin zu finden“.5 Damit dürfte Grete Back eine der ersten selbstständigen Dresdner Fotografinnen gewesen sein. Später firmierte sie unter dem Eintrag „Grete Back Werkstätten für künstlerische Fotografie Dresden-Blasewitz, besonderes Fach: Kinderbilder“.6

1914 nahm Grete Back an der Internationalen Ausstellung für Buchgewerbe und Grafik in Leipzig im „Das Haus der Frau“ mit ihren Werken „Giovanni“, „Alter Mann“, „Lachender Knabe“ und „Tatjana“7 teil und erhielt als Auszeichnung eine „Anerkennung“.8

Grete Back war Mitglied in der Gesellschaft Deutscher Lichtbildner (GDL)9. Die Gesellschaft wurde 1919 gegründet. Aufgrund dieser Mitgliedschaft nahm sie an zahlreichen internationalen Gruppenausstellungen teil, wobei sie für ihre ausgestellten Arbeiten ebenfalls mehrfach ausgezeichnet wurde. Das Museum Folkwang Essen ehrte Grete Back 1970 im Rahmen einer Bildschau weiblicher Provenienz mit dem Titel „Fotografinnen. Beispiele aus der Arbeit von Fotografinnen in Deutschland seit 1925“ als Altmeisterin.10

Neben Kinderbildern spezialisierte sich Grete Back später auch auf Rollenporträts Dresdner Künstlerinnen und Künstler. Werbeanzeigen von Grete Back sind in den Programmheften des ehemaligen Königlichen Hoftheaters, der heutigen Sächsischen Staatsoper Dresden, zu finden.11

Bisher weniger bekannt sind ihre Pflanzenporträts. Diese vorrangig vor dunklem Hintergrund im Studio gefertigten Fotos lassen die Pflanzen beinahe plastisch wirken.12 Ihre Aufnahmen von Landschaften sind offenbar nicht mehr erhalten.13

Die von Grete Back angefertigten Kinderporträts entstanden bevorzugt vor schwarzem oder weißem Hintergrund. Vor allem vor schwarzem Hintergrund kamen die Personen damit besonders ausdrucksstark zur Geltung14. Einmal im Jahr fotografierte Grete Back die Kinder ihrer Angehörigen. Die Fotos waren ein Geschenk an die Eltern.15

Während ihrer Berufstätigkeit beschäftigte Grete Back mehrere Assistentinnen. Sie hatten vor allem die Aufgabe, die Fotos zu retuschieren. Eine der Assistentinnen von Grete Back arbeitete später in der Deutschen Fotothek. Möglicherweise ist es diesem Umstand zu verdanken, dass die Deutsche Fotothek heute einen kleinen Bestand ihrer Fotos besitzt.16

Grete Back unterrichtete im Laufe ihrer langen Karriere über 50 Schülerinnen und Schüler17. Eine ihrer Schülerinnen war Christine Bellmann, Tochter von Margarete Bellmann (geb. von Liebenau), bedeutende Dresdner Kunstgewerblerin und Mitglied im Deutschen Werkbund.

Nach dem Tod von Grete Back am 27. Juni 1965 wurde das Haus auf der Prellerstraße 24 in Dresden-Blasewitz verkauft. Auf dem Dachboden des Gebäudes fanden die Nachkommen beim Ausräumen eine riesige Sammlung alter Fotoplatten. Da es der Familie nicht gelang, Interessenten für die Fotosammlung zu finden, wurde der größte Teil ihres Nachlasses in zwei Containern entsorgt und damit vernichtet. Ein kleiner Teil konnte später der Deutschen Fotothek übergeben werden. Weitere Teile übernahmen das Kupferstichkabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und das Stadtmuseum Dresden.18

Das Grab von Grete Back befindet sich auf dem Dresdner Johannisfriedhof.19

 

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