Grete Back

Die Dresdner Fotografin Grete Back wurde unter dem bürgerlichen Namen Margarete Bertha Back am 9. März 1878 im sächsischen Bad Schandau als zweites von fünf Kindern in eine Apothekerfamilie geboren1. Über ihre Kindheit und schulische Ausbildung ist nichts überliefert. Vermutlich verbrachte sie die erste Zeit ihres Lebens in Dresden, denn die Eltern besaßen ein Haus in Dresden-Blasewitz.

1907 begann Grete Back eine Fotografenausbildung bei dem berühmten Dresdner Porträtfotografen Hugo Erfurth (1874-1948), die sie 1908 abschloss. Danach ging Grete Back nach Den Haag zu der Porträtfotografin Helena Goude (1868-1951), um bei ihr weitere praktische Erfahrungen im Bereich Fotografie zu sammeln. Direkt im Anschluss führte sie ihr Weg nach London zu dem britischen Porträt-, Reise- und Topofotografen Emil Otto Heppe (1878-1972). Von beiden erhielt Grete Back anerkennde Bewertungen, die ihr den Weg zu einem erfolgreichen Berufsweg als Fotografin2 .

1910 legte Grete Back die Fotografengehilfeprüfung ab. Ein Jahr später, 1911, folgte die Meisterprüfung an der Lehr-und Versuchsanstalt für Photographie in München. Im Anschluss kehrte sie in das Elternhaus nach Dresden, Friedrich-August-Straße 24 (heute Prellerstraße 24)3 .

Dort hatte sie bereits 1909 ein Atelier eröffnet und ein Gewerbe angemeldet.4 Im Straßen- und Gewerbeverzeichnis Dresden-Blasewitz ist erstmals 1911 der Eintrag „Back, Grete, Lichtbildnerin zu finden“.5 Damit dürfte Grete Back eine der ersten selbstständigen Dresdner Fotografinnen gewesen sein. Später firmierte sie unter dem Eintrag „Grete Back Werkstätten für künstlerische Fotografie Dresden-Blasewitz, besonderes Fach: Kinderbilder“.6

1914 nahm Grete Back an der Internationalen Ausstellung für Buchgewerbe und Grafik in Leipzig im „Das Haus der Frau“ mit ihren Werken „Giovanni“, „Alter Mann“, „Lachender Knabe“ und „Tatjana“7 teil und erhielt als Auszeichnung eine „Anerkennung“.8

Grete Back war Mitglied in der Gesellschaft Deutscher Lichtbildner (GDL)9. Die Gesellschaft wurde 1919 gegründet. Aufgrund dieser Mitgliedschaft nahm sie an zahlreichen internationalen Gruppenausstellungen teil, wobei sie für ihre ausgestellten Arbeiten ebenfalls mehrfach ausgezeichnet wurde. Das Museum Folkwang Essen ehrte Grete Back 1970 im Rahmen einer Bildschau weiblicher Provenienz mit dem Titel „Fotografinnen. Beispiele aus der Arbeit von Fotografinnen in Deutschland seit 1925“ als Altmeisterin.10

Neben Kinderbildern spezialisierte sich Grete Back später auch auf Rollenporträts Dresdner Künstlerinnen und Künstler. Werbeanzeigen von Grete Back sind in den Programmheften des ehemaligen Königlichen Hoftheaters, der heutigen Sächsischen Staatsoper Dresden, zu finden.11

Bisher weniger bekannt sind ihre Pflanzenporträts. Diese vorrangig vor dunklem Hintergrund im Studio gefertigten Fotos lassen die Pflanzen beinahe plastisch wirken.12 Ihre Aufnahmen von Landschaften sind offenbar nicht mehr erhalten.13

Die von Grete Back angefertigten Kinderporträts entstanden bevorzugt vor schwarzem oder weißem Hintergrund. Vor allem vor schwarzem Hintergrund kamen die Personen damit besonders ausdrucksstark zur Geltung14. Einmal im Jahr fotografierte Grete Back die Kinder ihrer Angehörigen. Die Fotos waren ein Geschenk an die Eltern.15

Während ihrer Berufstätigkeit beschäftigte Grete Back mehrere Assistentinnen. Sie hatten vor allem die Aufgabe, die Fotos zu retuschieren. Eine der Assistentinnen von Grete Back arbeitete später in der Deutschen Fotothek. Möglicherweise ist es diesem Umstand zu verdanken, dass die Deutsche Fotothek heute einen kleinen Bestand ihrer Fotos besitzt.16

Grete Back unterrichtete im Laufe ihrer langen Karriere über 50 Schülerinnen und Schüler17. Eine ihrer Schülerinnen war Christine Bellmann, Tochter von Margarete Bellmann (geb. von Liebenau), bedeutende Dresdner Kunstgewerblerin und Mitglied im Deutschen Werkbund.

Nach dem Tod von Grete Back am 27. Juni 1965 wurde das Haus auf der Prellerstraße 24 in Dresden-Blasewitz verkauft. Auf dem Dachboden des Gebäudes fanden die Nachkommen beim Ausräumen eine riesige Sammlung alter Fotoplatten. Da es der Familie nicht gelang, Interessenten für die Fotosammlung zu finden, wurde der größte Teil ihres Nachlasses in zwei Containern entsorgt und damit vernichtet. Ein kleiner Teil konnte später der Deutschen Fotothek übergeben werden. Weitere Teile übernahmen das Kupferstichkabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und das Stadtmuseum Dresden.18

Das Grab von Grete Back befindet sich auf dem Dresdner Johannisfriedhof.19

 

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Prof. Elisabeth Höngen

Elisabeth Höngen war Opernsängerin (Mezzosopran und Alt). Sie trat schon mit 15 Jahren als Geigerin auf, studierte Germanistik und Musikwissenschaften in Berlin, dann Gesang, und schloss 1932 als Gesangspädagogin ab. Ihr Debüt gab sie 1933 in Wuppertal, von 1940 bis 1943 wirkte sie an der Staatsoper Dresden, z. B. in „Frau ohne Schatten“, „Elektra“ und als Lady Macbeth.

Am 30. Juni 1944 war die Künstlerin bei der letzten Aufführung vor der Zerstörung der Wiener Staatsoper im Bombenkrieg als Waltraute in Richard Wagners Götterdämmerung auf der Bühne. Höngen stand 1944 in der Gottbegnadeten-Liste des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda.

1946 war sie in einer Neuinszenierung von Tristan und Isolde als Brangäne zu sehen, wiederum an der Wiener Staatsoper.

In einer deutsch gesungenen Schwarz-Weiß-Studioproduktion des ORF von 1959 besetzte Elisabeth Höngen die Rolle der Äbtissin in dem Einakter Suor Angelica aus Il trittico (Das Triptychon) von Giacomo Puccini. 1961 folgte Gian Carlo Menottis The Medium. 1962 gab sie in der ORF-TV-Produktion der Ernst-Krenek-Oper Ausgerechnet und verspielt die Pfandleiherin Geraldine.

Auch als Lied- und Oratoriensängerin war sie bekannt. 1943 ging sie nach Wien, 1957 – 60 lehrte sie als Professorin an der Wiener Musikakademie.

Der Dirigent Karl Böhm bezeichnete sie als die „größte Tragödin der Welt“.1

Ihre Dresdner Wohnung befand sich auf der Südhöhe 43.

Ehrungen

  • 1947: Ernennung zur österreichischen Kammersängerin
  • 1964: Mozartmedaille durch die Mozartgemeinde Wien 1

 

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Elisabeth Castonier

Elisabeth Castonier geb. Borchardt war Schriftstellerin. Die Tochter des Malers Felix Borchardt verbrachte ihre früheste Kindheit in Dresden, Canalettostr. Dann zog die Familie nach Paris. 1912 kam sie nach Berlin.

Während des Ersten Weltkrieges verließ sie ihr Elternhaus, weil sie sich mit einer neuen Stiefmutter nicht vertrug und ging nach München, wo sie in einem Verlag lektorierte und auch selber zu schreiben begann. 1923 heiratete sie den dänischen Sänger Paul Castonier, von dem sie später geschieden wurde.

1928 debütierte Castonier mit einem Krimi. Ihr Roman Frau, Knecht, Magd erschien 1932 in Fortsetzungen im Berliner Tageblatt. Sie schrieb auch Artikel für verschiedene in- und später ausländische Blätter, darunter die Berliner Wochenschriften „Tage-Buch“ und „Die Ente“. Ihr Drama Die Sardinenfischer wurde kurz nach der Uraufführung (Februar 1933) an der Berliner Volksbühne Theater am Bülowplatz von den neuen nationalsozialistischen Behörden verboten. Ihre Werke kamen auf die Liste der „unerwünschten“ Bücher.

Sie emigrierte nach Wien, Positano sowie London und verfasste mehrere von Walter Trier illustrierte Kinderbücher, die auf Englisch veröffentlicht wurden. Sie war Korrespondentin für den „News Chronile“ und den „New Statesman“, auch für Emigrantenzeitungen wie „Pariser Tageszeitung“ und „Wiener Tageblatt“. 1944 lehnte sie eine ihr angebotene, eigentlich ersehnte feste Stellung als Dolmetscherin ab, um sich kurzentschlossen in Alton (Hampshire) auf der kleinen Farm ihrer Freundin Jane Napier niederzulassen, deren große Tierliebe sie teilte. Sie verrichtete Stall- und Feldarbeit. Ab 1950 korrespondierte sie mit Mary Tucholsky. An Arthrose und einer Rückgratverletzung leidend, zog sie sich gemeinsam mit Napier 1955 auf ein Cottage in Wiltshire zurück und nahm ihre literarische Tätigkeit wieder auf. Hier entstanden zunächst ihre beliebten Mill-Farm-Geschichten. 1964 erschienen ihre Erinnerungen Stürmisch bis heiter, die auf Anhieb ein Bestseller wurden. Bis 2010 erreichte Stürmisch bis heiter eine (deutsche) Gesamtauflage von rund 200.000 Exemplaren.

2017 wurde Elisabeth-Castonier-Platz im Münchner Stadtviertel Messestadt Riem nach ihr benannt.1

 

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Elisabeth Andrae

Elisabeth Louise Andrae (* 3. August 1876 in Anger bei Leipzig – † 14. Dezember 1945 in Dresden) war Landschaftsmalerin.

Leben

Elisabeth Andrae war das zweite von fünf Kindern des Eisenbahn-Ingenieurs und Geheimen Oberbaurates Carl Hermann Andrae und Auguste Sidonie Andrae. 1899 wurde Elisabeth Andrae Schülerin des Landschaftsmalers Gustav Adolf Thamm (1859 – 1925), der seit 1895 an der Dresdner Kunstakademie lehrte. Im Jahr 1905 wechselte sie zu Hans Richard von Volkmann (1860 – 1927) nach Karlsruhe.

Bereits seit 1904 beteiligte sie sich an den Großen Kunstausstellungen in Dresden und Berlin. Sie stellte unter anderem die Gemälde „Sonnenflecken“ und „Englische Kirche in Dresden“ aus.

Das Atelier hatte Elisabeth Andrae von 1910 bis zur Zerstörung 1945 in Dresden in der Ostbahnstraße 2 (Nähe Hauptbahnhof). Die Wohnsitze waren anfangs bei ihren Eltern in der Südvorstadt und in Klotzsche und später in der Fürstenstraße 15 sowie in der Ermelstraße 21.

Ihre Wirkungskreise waren jedoch nicht nur Dresden und Berlin sondern auch die Ostseeküste. Seit 1900 weilte sie öfters in Ahrenshoop/Althagen auf dem Darß und stellte zur Eröffnung des „Kunstkaten“ 1909 gemeinsam mit Else Müller-Kaempff, Anna Gerresheim und weiteren Künstlern ihr Gemälde „Der schlafende Garten“ aus.

Seit 1909 besuchte Elisabeth Andrae in den Sommermonaten auch die Insel Hiddensee. Sie wurde Mitglied des „Hiddensoer Künstlerinnenbundes“ und stellte in der „Blauen Scheune“ gemeinsam mit Künstlerinnen wie Elisabeth Büchsel, Käthe Löwenthal, Julie Wolfthorn u.a. ihre Werke aus.

Besonders in den zwanziger Jahren beteiligte sich Elisabeth Andrae sehr aktiv am Kunstleben in Dresden. So wurde sie für die Kunstausstellungen 1921 bis 1923 als eine der wenigen Künstlerinnen in den Ausschuss für die Aufnahme der Kunstwerke berufen. Außerdem war sie Mitglied der Dresdner Kunstgenossenschaft. In dieser Zeit entstanden viele Bilder von Dresden und dem Elbsandsteingebirge. Einige davon befinden sich im Besitz der Städtischen Galerie Dresden und in Privatsammlungen.

Die Malerin hatte in den dreißiger Jahren ihren Wohnsitz auch mehrfach in Berlin wo ihr Bruder Walter Andrae, Archäologe und Direktor des Pergamonmuseums, sie mit dem Malen von sieben Wandbildern zu seinen Ausgrabungen von Babylon, Assur und Uruk beauftragte. Zwei der Wandbilder sind noch erhalten und auf der Internetseite – siehe Weblink zu Elisabeth Andrae – dargestellt.

Viele Gemälde von Elisabeth Andrae befinden sich in Privatbesitz, in Galerien und Museen. So sind 23 Gemälde und 25 Zeichnungen im Museum Schloss Moyland (NRW) in der Sammlung von Hans van der Grinten zu finden. Das Stralsunder Museum hat 19 Zeichnungen im Bestand und auch das Heimatmuseum der Insel Hiddensee in Kloster besitzt 3 Zeichnungen.

Am 14. Dezember 1945 verstarb Elisabeth Andrae in ihrer Wohnung auf der Ermelstr. 21 in Dresden-Striesen.

 

Elisabeth Ahnert

Elisabeth Ahnert, geborene Röth, erfuhr eine frühe Förderung durch die in Chemnitz ansässige Künstlerin Martha Schrag. Sie absolvierte von 1908 bis 1912 ein Studium an der Kunstgewerbeschule Dresden bei Max Frey, Margarete Junge und Carl Rade. (Frauen wurden erst seit dem Jahr 1907 zum Studium an der Kunstgewerbeschule zugelassen.)

In Dresden erlebte Ahnert das Aufbranden der Moderne und stand in Kontakt zu Künstlern wie Paula Lauenstein, Theodor Rosenhauer, Paul Wilhelm oder Karl Kröner. Sie heiratete 1912 den Kommilitonen Arthur Willibald Ahnert (1885–1927). Seit 1925 erhielt sie eine Förderung durch den Galeristen Heinrich Kühl in Dresden. Ahnert unternahm zwei Studienreisen nach Italien.

1945 zog sie aus dem zerstörten Dresden nach Ehrenfriedersdorf im Erzgebirge, wo sie bis zu ihrem Tod lebte. Sie pflegte ab 1946 eine enge Freundschaft mit Albert Wigand. Im Kunstbetrieb der DDR galt sie eher als „Kunst-Außenseitern“, war allerdings auf Ausstellungen bis zu ihrem Tod recht gut vertreten. Elisabeth Ahnert war Mitglied im Deutschen Künstlerbund und im Verband Bildender Künstler der DDR.

Die Malerin zeigte 1950 die Ausstellung „Triumph des Einfachen“. Sie lebte in Ehrenfriedersdorf und Dresden. Werke von ihr finden sich im im Stadtmuseum Chemnitz. 1996 gab es eine Ausstellung im Kabinett der Galerie Finckenstein Dresden: Applikationen, Collagen und Radierungen.1

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Elisa von der Recke

Elisa (Charlotte Elisabeth Constanze Freifrau) von der Recke war die Tochter des polnischen und sächsischen Kammerherrn Friedrich von Medem. Sie war eine deutschbaltische Dichterin, Schriftstellerin und Kirchenlieddichterin.

Nach dem frühen Tod der Mutter erhielt Elisa nur eine dürftige Ausbildung im Hause ihrer Großmutter. Diese verbot ihr das Lesen von Büchern. Nachdem ihr Vater 1767 erneut geheiratet hatte, lebte Elisa wieder in seinem Haus, wo sich ihre Stiefmutter Agnes Elisabeth von Brukken (1718–1784) bemühte, ihr eine gewisse Allgemeinbildung zu vermitteln.

1771 heiratete sie Magnus von der Recke, 1781 wurde die Ehe geschieden. Elisa übte eine diplomatische Tätigkeit für ihre Schwester, die Herzogin von Kurland, aus.

Im Jahr 1787 erschien von der Reckes Schrift Nachricht von des berüchtigten Cagliostro Aufenthalt in Mitau im Jahre 1779 und dessen magischen Operationen,

Zeit ihres Lebens bereiste sie Europa, um insbesondere die damaligen Geistesgrößen – z. B. Friedrich Nicolai, Friedrich Gottlieb Klopstock, Friedrich Christian August Hasse, Johann Wilhelm Ludwig Gleim, Matthias Claudius, Johann Bernhard Basedow, Carl Philipp Emanuel Bach, Anton Graff, Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, Immanuel Kant, Johann Georg Hamann, den Schauspieler Friedrich Ludwig Schröder, Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller – kennenzulernen und diese Kontakte durch langjährige Korrespondenz zu intensivieren. Eine dieser Reisen unternahm sie zusammen mit ihrer engsten Freundin Sophie Becker, mit der sie auch einen gemeinsamen Gedichtband veröffentlichte. Sie unterhielt freundschaftliche Beziehungen zu den als aufgeklärt geltenden Fürstenhöfen von Anhalt-Dessau und Augustenburg und zu den Grafen Stolberg und hatte Zutritt zu den Königshöfen in Berlin und Warschau.

Sie lebte ab 1798 fast ausschließlich in Dresden, seit 1804 zusammen mit ihrem Freund Christoph August Tiedge. Sie wohnten am Kohlmarkt (Körnerstraße). Viel bedeutete ihr die Freundschaft mit der Familie Körner (sie war Patin Theodor Körners), mit Anton Graff und vielen bekannten Zeitgenossen in ganz Deutschland sowie in Polen und im Baltikum. Bei den Zusammenkünften herrschte in ihren späteren Jahren ein religiös-empfindsamer Ton, es wurden Choräle von Naumann gesungen. Sie betreute insgesamt 13 Pflegetöchter.

Sie schrieb pietistisch-empfindsame Gedichte, Tagebücher und Memoiren. 1787 verfasste sie die aufklärerische Streitschrift „Nachricht von des berühmten Cagliostro Aufenthalt in Mitau im Jahre 1779 und dessen magischen Operationen“, die sie auf einen Schlag im gesamten gebildeten Europa bekanntmachte. Von der Recke rechnete darin mit den amourösen Avancen Cagliostros ihr gegenüber – bei gleichzeitiger Darstellung seiner hochstaplerischen Umtriebe – schonungslos ab. Zarin Katharina die Große wandte ihr in Anerkennung dieses Werkes lebenslang die Erträge aus dem Domänengut Pfalzgrafen bei Mitau zu. Damit war von der Recke finanziell unabhängig.

Nach ihr wurde die Reckestraße in Dresden-Plauen benannt.1

 

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Elisa Stünzner

Elisa Stünzner war Sängerin (Lyrische und Jugendlich-Dramatische). Ihre Ausbildung erhielt sie am Leipziger Konservatorium, 1909 wurde sie Volontärin an der Dresdner Hofoper. Die weitere Ausbildung absolvierte sie bei der Dresdner Gesangsmeisterin Dora Erl. Sie sang bei der Jubiläumsaufführung im Dezember 1930 die Salome. 1935 nahm sie Abschied von der Bühne als Elisabeth im „Tannhäuser“. Zu dieser Zeit wohnte sie in der Reichsstraße 13, III. Stock. Später übernahm sie an der Hochschule für Musik in Leipzig eine Gesangsklasse. Nach 1945 lehrte sie an der Staatlichen Akademie für Musik, danach an der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“. Noch mit 65 Jahren trat sie als Liedsängerin auf. 1954 wurde sie Ehrensenator der Musikhochschule, außerdem war sie Ehrenmitglied der Staatsoper Dresden.

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Elfriede von Mühlenfels

Elfriede von Mühlenfels war Dichterin, sie lebte 1847 in Dresden, sonst in Berlin, stellte das „Dresdner Album“ zur Unterstützung der Hungernden im Erzgebirge und in der Oberlausitz zusammen. Bei der ersten Auflage von 1847 kamen 1700 Taler zusammen, die 2.Auflage erschien 1855 in Berlin. Ein Drittel des Reinertrags ging an die Tiedge-Stiftung für sächsische und preußische bedürftige Schriftsteller und Künstler männlichen und weiblichen Geschlechts – von dieser Stiftung erhielt auch 1855 Wilhelmina von Chezy eine lebenslängliche Pension von 100 Talern. Das Album enthält Beiträge von König Johann (aus „Pertinax“), von Prinzessin Amalia von Sachsen (aus „Mesru“), von Luise Förster („Nichtigkeiten“), von Maria von Houwald-Thielau („In das Album des schwarzen Prinzen von Aschanti, als er nach mehrjährigen bergwissenschaftliche Studien Europa Lebewohl sagte“, „Einkehr“), der Herausgeberin selbst („Bilder aus der Dresdner Gallerie“ u.a.), von Charlotte Krug geb. Schnorr von Carlsfeld („An Ihro Maj. die Königin Maria von Sachsen“), eine Geschichte der Schillerstiftung mit Würdigung des ersten Beitrages durch Johanna Helmeke aus Hamburg, der Dresdner Autorin Ida Frick („Johanniswürmchen und Schmetterling“) u.a. Gründete einen „Frauenverein zur Erwerbung eines Kriegsfahrzeugs“ in Berlin und Potsdam, der tatsächlich das Geld für ein Kriegsschiff zusammenbrachte, das 1855 in Wolgast auf den Namen „Frauenlob“ getauft wurde!

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Iris Schilke

Durch die Geschichte wandern, dies beschreibt Iris Schilke wohl am treffendsten. Die gebürtige Potsdamerin zog es schon als Kind hinaus auf ausgedehnte Wanderrouten, auf denen sie ihrer Schwester selbst ausgedachte Geschichten erzählte. Nach ihrem Umzug nach Dresden kam die Begeisterung für die Vergangenheit hinzu. Und so stellen diese drei Leidenschaften das Leitmotiv für Schilkes Leben dar: ihr Literaturstudium, die vielen veröffentlichten Historienromane und Hörspiele, die Arbeit als Stadtführerin und Bloggerin. Aber vor allem ihre große Bedeutung für die Erforschung und Vermittlung der Dresdner Frauengeschichte, die nach ihrer Mitbegründung des FrauenStadtArchiv Dresden, ihrer Arbeit am FrauenWiki und dem Frauenkalender kann nicht hoch genug geschätzt werden.

 

  • 1968 Umzug der Familie nach Dresden
  • 1972 Abitur an der EOS Pestalozzi Dresden
  • 1976 Abschluss der Hochschule für Verkehrswesen als Diplom-Ingenieur-Ökonomin
  • 1982 Abschluss des Literaturinstituts Leipzig
  • 1983 Geburt des Sohnes
  • Ab 1984 Arbeit als freie Autorin von Romanen und Kinderhörspielen
  • 1995 Mitgründerin des Vereins zur Erforschung der Dresdner Frauengeschichte und FrauenStadtArchiv (FSA) Dresden
  • 1997–2001 Projektleiterin im (FSA)
  • 2002–2008 Arbeit als Stadtführerin und Mitarbeit bei verschiedenen Wiki
  • 2008 Gründung von „Kaitzbach Webdesign“

Lotte Hahm

Die gebürtige Dresdnerin Charlotte Hedwig Hahm zog Anfang der 1920er-Jahre nach Berlin, wo sie 1926 mit dem Damenklub Violetta den damals größten Club für lesbische Frauen* gründete. Der Zweck des Damenklubs ging über Vergnügen hinaus und bildete eine Basis für Vernetzung und Aktivismus von Lesben. Hier entstand der Korrespondenz-Zirkel, der Kontakte zwischen Gleichgesinnten vermittelte.

Unterstützung erhielt Hahm von ihrer Partnerin, der Gastronomin Käthe Fleischmann, mit der sie 1931 weitere Clubs gründete. Fleischmann geriet als Jüdin bereits 1932 ins Visier der Nazis. Im Jahr 1933 wurden lesbische Clubs offiziell geschlossen und Treffen fanden im Geheimen statt. Hahm eröffnet außerdem auf Hiddensee eine Pension, vermutlich für Lesben, und betätigte sich erfolglos als Textilhändlerin.

  • um 1920 Einrichtung einer Versandbuchhandlung
  • 1926 Gründung des Damenklub Violetta in Berlin
  • 1928 Leiterin der Damengruppe des Bund für Menschenrechte
  • 1929 Gründung des Korrespondenz-Zirkel
  • 1931/32 Eröffnung der Monokel-Diele und der Manuela-Bar
  • ab 1933 offizielle Schließungen der Clubs durch die Nazis, Betrieb unter Decknamen (Sportclub Sonne)
  • 1935 Denunziation, Verbot der heimlichen Treffen
  • um 1935 Eröffnung einer Pension auf Hiddensee
  • um 1937 Verurteilung zu Geld- und Gefängnisstrafe, weil sie einen Fahrer nicht bezahlen konnte
  • 1942 kurzzeitige Rückkehr nach Dresden
  • nach 1945 Leitung eines Lesbenclubs
  • 1958 Versuch der Neugründung des Bundes für Menschenrechte
  • 2023 Einweihung einer Gedenkstehle in Berlin am ehem. Damenklub Violetta