Elsa Fenske

Elsa Fenske, geboren Classen (manchmal Fenske Classen) war Politikerin und Widerstandskämpferin. Die Tochter eines Fabrikanten wurde 1922 in Berlin Mitglied der KPD, 1923 fand die erste Gerichtsverhandlung gegen sie in Berlin statt(Tscheka-Prozeß), sie wurde freigesprochen aus Mangel an Beweisen. Seit 1925 arbeitete sie in der Handelsvertretung der SU in Berlin, später in Hamburg. Sie besuchte Lehrgänge der Marxistischen Arbeiterschule, leitete Literatur- und Laienkunstzirkel für junge Arbeiter, schrieb für die „Rote Fahne“ und fertigte und verbreitete illegale Betriebszeitungen. Weiterhin übernahm sie die Leitung der Frauenarbeit der KPD im Unterbezirk Berlin-Zentrum und gehörte der Frauenabteilung der Bezirksleitung und später des ZK der KPD an. 1932 begann sie ihre politische Arbeit in Altona. 1933 wurde sie mit ihrem 3-jährigen Kind inhaftiert. Am 1.10.1936 wurde sie erneut verhaftet, war im KZ Fuhlsbüttel und den Untersuchungsgefängnissen Hamburg und Berlin-Moabit inhaftiert. Sie wurde zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt. Am 12. April 1945 aus dem Zuchthaus Jauer befreit, traf sie am 8. Mai 1945 in Dresden ein, wurde Stadtrat für Sozialwesen mit 1200 MitarbeiterInnen. Ihre Broschüre „Was wurde bisher getan“ erschien als Arbeitsbericht des Dezernats Soziale Fürsorge beim Rat der Stadt Dresden. Sie wurde Ministerialdirektorin für Arbeit und Sozialfürsorge bei der Landesregierung und starb bei einem Autounfall.

In der DDR wurde Elsa Fenske Namensgeberin für zahlreiche soziale Einrichtungen. Das Heim im ehemaligen Jägerhaus des Jagdschlosses Grillenburg trug zu DDR-Zeiten den Namen Genesungsheim „Elsa Fenske“. Im Jahr 1946 erhielt das heutige Kinderheim „Haus Carola“ in Hainewalde den Namen Elsa Fenskes.

In Dresden trägt das Alten- und Pflegeheim an der Freiberger Straße 18 seit 1952 den Namen Elsa Fenskes. Im Garten der Anlage steht eine Sandsteinbüste Fenskes. Der Maler Gerhard Schiffel (1913–2002) schuf 1947 ein Porträt Elsa Fenskes, das im Elsa-Fenske-Heim in Grillenburg und später auf Gut Gamig hing.

An Fenskes Arbeitsstätte in Dresden, dem Stadthaus Dresden, erinnert seit 1956 eine Gedenktafel an sie. Die am Stadthaus entlangführende Elsa-Fenske-Straße in Dresden wurde 1991 in Theaterstraße umbenannt. In Radeberg trägt die Elsa-Fenske-Straße ihren Namen.1

 

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Elisabeth Castonier

Elisabeth Castonier geb. Borchardt war Schriftstellerin. Die Tochter des Malers Felix Borchardt verbrachte ihre früheste Kindheit in Dresden, Canalettostr. Dann zog die Familie nach Paris. 1912 kam sie nach Berlin.

Während des Ersten Weltkrieges verließ sie ihr Elternhaus, weil sie sich mit einer neuen Stiefmutter nicht vertrug und ging nach München, wo sie in einem Verlag lektorierte und auch selber zu schreiben begann. 1923 heiratete sie den dänischen Sänger Paul Castonier, von dem sie später geschieden wurde.

1928 debütierte Castonier mit einem Krimi. Ihr Roman Frau, Knecht, Magd erschien 1932 in Fortsetzungen im Berliner Tageblatt. Sie schrieb auch Artikel für verschiedene in- und später ausländische Blätter, darunter die Berliner Wochenschriften „Tage-Buch“ und „Die Ente“. Ihr Drama Die Sardinenfischer wurde kurz nach der Uraufführung (Februar 1933) an der Berliner Volksbühne Theater am Bülowplatz von den neuen nationalsozialistischen Behörden verboten. Ihre Werke kamen auf die Liste der „unerwünschten“ Bücher.

Sie emigrierte nach Wien, Positano sowie London und verfasste mehrere von Walter Trier illustrierte Kinderbücher, die auf Englisch veröffentlicht wurden. Sie war Korrespondentin für den „News Chronile“ und den „New Statesman“, auch für Emigrantenzeitungen wie „Pariser Tageszeitung“ und „Wiener Tageblatt“. 1944 lehnte sie eine ihr angebotene, eigentlich ersehnte feste Stellung als Dolmetscherin ab, um sich kurzentschlossen in Alton (Hampshire) auf der kleinen Farm ihrer Freundin Jane Napier niederzulassen, deren große Tierliebe sie teilte. Sie verrichtete Stall- und Feldarbeit. Ab 1950 korrespondierte sie mit Mary Tucholsky. An Arthrose und einer Rückgratverletzung leidend, zog sie sich gemeinsam mit Napier 1955 auf ein Cottage in Wiltshire zurück und nahm ihre literarische Tätigkeit wieder auf. Hier entstanden zunächst ihre beliebten Mill-Farm-Geschichten. 1964 erschienen ihre Erinnerungen Stürmisch bis heiter, die auf Anhieb ein Bestseller wurden. Bis 2010 erreichte Stürmisch bis heiter eine (deutsche) Gesamtauflage von rund 200.000 Exemplaren.

2017 wurde Elisabeth-Castonier-Platz im Münchner Stadtviertel Messestadt Riem nach ihr benannt.1

 

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Elisa von der Recke

Elisa (Charlotte Elisabeth Constanze Freifrau) von der Recke war die Tochter des polnischen und sächsischen Kammerherrn Friedrich von Medem. Sie war eine deutschbaltische Dichterin, Schriftstellerin und Kirchenlieddichterin.

Nach dem frühen Tod der Mutter erhielt Elisa nur eine dürftige Ausbildung im Hause ihrer Großmutter. Diese verbot ihr das Lesen von Büchern. Nachdem ihr Vater 1767 erneut geheiratet hatte, lebte Elisa wieder in seinem Haus, wo sich ihre Stiefmutter Agnes Elisabeth von Brukken (1718–1784) bemühte, ihr eine gewisse Allgemeinbildung zu vermitteln.

1771 heiratete sie Magnus von der Recke, 1781 wurde die Ehe geschieden. Elisa übte eine diplomatische Tätigkeit für ihre Schwester, die Herzogin von Kurland, aus.

Im Jahr 1787 erschien von der Reckes Schrift Nachricht von des berüchtigten Cagliostro Aufenthalt in Mitau im Jahre 1779 und dessen magischen Operationen,

Zeit ihres Lebens bereiste sie Europa, um insbesondere die damaligen Geistesgrößen – z. B. Friedrich Nicolai, Friedrich Gottlieb Klopstock, Friedrich Christian August Hasse, Johann Wilhelm Ludwig Gleim, Matthias Claudius, Johann Bernhard Basedow, Carl Philipp Emanuel Bach, Anton Graff, Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, Immanuel Kant, Johann Georg Hamann, den Schauspieler Friedrich Ludwig Schröder, Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller – kennenzulernen und diese Kontakte durch langjährige Korrespondenz zu intensivieren. Eine dieser Reisen unternahm sie zusammen mit ihrer engsten Freundin Sophie Becker, mit der sie auch einen gemeinsamen Gedichtband veröffentlichte. Sie unterhielt freundschaftliche Beziehungen zu den als aufgeklärt geltenden Fürstenhöfen von Anhalt-Dessau und Augustenburg und zu den Grafen Stolberg und hatte Zutritt zu den Königshöfen in Berlin und Warschau.

Sie lebte ab 1798 fast ausschließlich in Dresden, seit 1804 zusammen mit ihrem Freund Christoph August Tiedge. Sie wohnten am Kohlmarkt (Körnerstraße). Viel bedeutete ihr die Freundschaft mit der Familie Körner (sie war Patin Theodor Körners), mit Anton Graff und vielen bekannten Zeitgenossen in ganz Deutschland sowie in Polen und im Baltikum. Bei den Zusammenkünften herrschte in ihren späteren Jahren ein religiös-empfindsamer Ton, es wurden Choräle von Naumann gesungen. Sie betreute insgesamt 13 Pflegetöchter.

Sie schrieb pietistisch-empfindsame Gedichte, Tagebücher und Memoiren. 1787 verfasste sie die aufklärerische Streitschrift „Nachricht von des berühmten Cagliostro Aufenthalt in Mitau im Jahre 1779 und dessen magischen Operationen“, die sie auf einen Schlag im gesamten gebildeten Europa bekanntmachte. Von der Recke rechnete darin mit den amourösen Avancen Cagliostros ihr gegenüber – bei gleichzeitiger Darstellung seiner hochstaplerischen Umtriebe – schonungslos ab. Zarin Katharina die Große wandte ihr in Anerkennung dieses Werkes lebenslang die Erträge aus dem Domänengut Pfalzgrafen bei Mitau zu. Damit war von der Recke finanziell unabhängig.

Nach ihr wurde die Reckestraße in Dresden-Plauen benannt.1

 

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Lotte Hahm

Die gebürtige Dresdnerin Charlotte Hedwig Hahm zog Anfang der 1920er-Jahre nach Berlin, wo sie 1926 mit dem Damenklub Violetta den damals größten Club für lesbische Frauen* gründete. Der Zweck des Damenklubs ging über Vergnügen hinaus und bildete eine Basis für Vernetzung und Aktivismus von Lesben. Hier entstand der Korrespondenz-Zirkel, der Kontakte zwischen Gleichgesinnten vermittelte.

Unterstützung erhielt Hahm von ihrer Partnerin, der Gastronomin Käthe Fleischmann, mit der sie 1931 weitere Clubs gründete. Fleischmann geriet als Jüdin bereits 1932 ins Visier der Nazis. Im Jahr 1933 wurden lesbische Clubs offiziell geschlossen und Treffen fanden im Geheimen statt. Hahm eröffnet außerdem auf Hiddensee eine Pension, vermutlich für Lesben, und betätigte sich erfolglos als Textilhändlerin.

  • um 1920 Einrichtung einer Versandbuchhandlung
  • 1926 Gründung des Damenklub Violetta in Berlin
  • 1928 Leiterin der Damengruppe des Bund für Menschenrechte
  • 1929 Gründung des Korrespondenz-Zirkel
  • 1931/32 Eröffnung der Monokel-Diele und der Manuela-Bar
  • ab 1933 offizielle Schließungen der Clubs durch die Nazis, Betrieb unter Decknamen (Sportclub Sonne)
  • 1935 Denunziation, Verbot der heimlichen Treffen
  • um 1935 Eröffnung einer Pension auf Hiddensee
  • um 1937 Verurteilung zu Geld- und Gefängnisstrafe, weil sie einen Fahrer nicht bezahlen konnte
  • 1942 kurzzeitige Rückkehr nach Dresden
  • nach 1945 Leitung eines Lesbenclubs
  • 1958 Versuch der Neugründung des Bundes für Menschenrechte
  • 2023 Einweihung einer Gedenkstehle in Berlin am ehem. Damenklub Violetta

Louise Seidler

Caroline Louise Seidler (* 15. Mai 1786 – 7. Oktober 1866) war Malerin der Romantik und unterhielt Kontake zu Goethe, Serré und Quandt.

Louise Seidler entschied sich früh für eine selbständige Tätigkeit und erreichte zielstrebig die Ausbildung zur professionellen Künstlerin. Die Wahl dieses Lebensweges bedeutete Mut, Tatkraft und Anpassungsfähigkeit zugleich. Es war auch eine Entscheidung für eine Außenseiterrolle in der Gesellschaft, denn Vorurteile gegenüber selbständig arbeitenden Frauen, insbesondere Künstlerinnen, waren weit verbreitet.

Seidler war Schülerin von Friedrich Doell (Gotha), Jacob Wilhelm Roux (Jena) sowie Johann Peter und Robert von Langer (Kunstakademie München) und profilierte sich im Kreise der Künstler in Rom als anerkannte Künstlerin.  Sie wurde gemeinsam mit Caroline Bardua von 1808 bis 1811 eine Schülerin von Gerhard von Kügelgen in Dresden. Eine ausgezeichnete Bildung in Literatur, Sprachen und Musik ermöglichte ihr die aktive Teilnahme an gesellschaftlichen Zirkeln in Jena, Gotha, Weimar, Dresden und Rom. Ihr zielbewusstes Kunststreben fand Anerkennung und Förderung durch Johann Wolfgang von Goethe und den Großherzog Carl August von Sachsen-Weimar.

Die außerordentlich vielfältigen freundschaftlichen und künstlerischen Kontakte der Malerin zu den Gelehrten- und Künstlerkreisen in Jena, Gotha, Weimar, Dresden, München, Rom, Florenz, Frankfurt, Berlin, Bremen und Konstanz waren eine Basis für die ungewöhnliche Entwicklung der begabten Louise Seidler zur bedeutenden Malerin der Romantik.

Eingebunden in die gesellschaftlichen Kreise Weimars, wo Louise Seidler nach ihrer Rückkehr aus Italien von 1823 bis zum Tode 1866 lebte und wirkte, hatte sie Einfluss auf das künstlerische Leben in der Stadt. Sie beteiligte sich mit ihren Werken an den Kunstausstellungen in Weimar, Dresden, Berlin, Rom, Bremen, Hannover und Nürnberg. Louise Seidler war in den Künstlerkreisen jener Zeit eine anerkannte Malerin, deren Leben und Wirken ein Ansporn und Vorbild besonders für jüngere Frauen war.

Sie erreichte eine für Frauen in dieser Zeit außergewöhnlich hohe gesellschaftliche Stellung. Sie war erste Museumskustodin in Deutschland, unterrichtete Schülerinnen und lehrte Kunstgeschichte. 1835 wurde sie zur Hofmalerin ernannt und erhielt 1843 vom Großherzog Carl Friedrich die Zivil-Verdienstmedaille für Kunst und Wissenschaft in Gold.

Ihr Leben war nicht frei von Brüchen und Schicksalsschlägen: Der Tod ihres Verlobten, die erzwungene Rückkehr aus Italien, die Verdrängung aus ihren Positionen auf Grund ihres Geschlechtes, die Wandlung des Kunstgeschmacks und damit die zunehmende Ablehnung des klassizistischen und romantischen Kunstschaffens trafen ihren Lebensnerv empfindlich. Eine zunehmende Erblindung und damit die Unmöglichkeit weiter zu arbeiten, war der größte Verlust am Ende ihres schaffensreichen und langen Lebens.

Das künstlerische Werk der Malerin ist umfangreich: annähernd 200 Gemälde und mehr als 500 Zeichnungen konnten nachgewiesen werden, doch sind viele Gemälde zerstört, verschollen oder in unbekanntem Privatbesitz. Der eigene Beitrag der Künstlerin zum zeitgenössischen Kunstschaffen ist an ihren Werken auf den Kunstausstellungen nachweisbar. Ausgewählte Beispiele werden im Kontext mit gleichen Bildthemen anderer Künstler im Buch vorgestellt.

Als christliche Künstlerin sah Louise Seidler ihre wichtigste Aufgabe darin, mit ihren Werken zur Festigung und Verbreitung des Glaubens beizutragen. In diesem Sinne gehört sie zu dem Kreis der Nazarener um Friedrich Overbeck. Christliche Werke, in denen auch die Rolle der Frau mit neuen Aspekten formuliert wurde, sind wesentlicher Teil ihres Schaffens, wie „Maria mit dem schlafenden Kind und drei Engeln (Glaube, Liebe, Hoffnung)“, 1823; die „Heilige Elisabeth“, 1822-26 und „Hagar und Ismael“, 1836. Ihr Schaffen als Historienmalerin wird durch ein umfangreiches Werk als Porträtmalerin ergänzt. In vielen Museen und Privatsammlungen befinden sich Porträts und Kinderbildnisse, die sie in feinster Malkultur in ihrer langen Schaffenszeit ausgeführt hat. Vorzügliche Porträts und ideenreiche Gemälde im romantischen Geist begründeten ihren Ruf als herausragende deutsche Künstlerin.

In Dresden ist die Louise-Seidler-Straße ihr zu Ehren benannt. Gleiches ist auch in ihrer Heimatstadt Jena geschehen. Im dortigen Damenviertel trägt sogar ein Wohnhaus ihren Namen.

Friederike Christiane Jentsch

Die Witwe Friederike Christiane Jentsch, wurde als Lehrerin bei der Kinderarbeitsanstalt angestellt im Juli 1837. 1

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Friederike Charlotte Richter

Friederike Charlotte Richter war Victualien- und Dorfwarenkramhändlerin in Neudorf; über sie berichtet die Rügensache gegen Hahnefeld und Vogel in Neudorf 1814. Die Richterin macht geltend, dass sie Neudorf während der Belagerung durch die Franzosen ordentlich mit Waren versorgt hat, auch die Einquartierung, und so Schaden vom Ort ferngehalten hat. Dies wird ihr auch vom Bürgermeister bestätigt. Außerdem ist ihr Mann nicht mehr erwerbsfähig, so dass sie mit dem Handel ihre Familie ernähren muss. Durch den Krieg sind aber auch weitere Bürger verarmt, die ebenfalls durch den Handel sich ernähren wollen, u.a. auch eine Witwe Naumannin, die für ein Kind zu sorgen hat. Sie hat das Haus der Richterin gekauft und will nun auch den Handel übernehmen, was die Richterin nicht zugibt. Handeln wollen auch Hahnefeld und Vogel und eine Frau Gäblerin. Schließlich stellt der Bürgermeister an den König die Bitte, auch den anderen Händlern die Concession zu erteilen, weil Stadt Neudorf inzwischen sich stark vergrößert hat und die Einwohnerzahl gewachsen ist. Neudorf, ein ehemaliger Stadtteil Dresdens, lag an der Stelle der heutigen Moritzburger Straße und gehört heute zur Leipziger Vorstadt.1

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Friederike Caroline Friedrich

Friederike Caroline Friedrich war eine Dresdner Stillebenmalerin und Akademielehrerin. Sie gehörte einer über vier Generationen wirkenden Künstlerfamilie an.

Sie wurde 1749 in der damals noch selbstständigen Gemeinde Friedrichstadt vor den Toren Dresdens geboren. Die Mutter Johanna Dorothea Günther gebar sechs Kinder, von denen eines früh starb. Carolines Vater war der Radierer David Friedrich Friedrich. Caroline wurde von ihm im Zeichnen unterwiesen und bei ihrem fünf Jahre älteren Bruder, dem Maler Johann David Alexander Friedrich, erlernte sie die Öl- und Aquarellmalerei. Seit dem Tod des Vaters im Jahr 1766 ernährte die unverheiratet bleibende Caroline dank ihrer Fertigkeiten ihre Mutter und Geschwister.

Nach dem Eigenstudium in der Natur spezialisierte sie sich auf Stilleben, deren Qualität sich auch in akademischen Kreisen herumsprach. Der kunstaffine sächsische Diplomat Christian Ludwig von Hagedorn befürchtete angesichts der darbenden Familie Friedrich eine Vergeudung von Talent, das nicht zuletzt der Stadt Dresden und ihrem Ruf dienlich sein konnte. Daher setzte er sich energisch für Caroline ein, sodass die Kurfürstlich Sächsische Kunstakademie in Dresden ihr ab 1770 ein Stipendium für hoffnungsvolle Kunsttalente mit einer jährlichen Gratifikation von 25 Talern zuerkannte, die 1777 auf 47 und 1783 nochmals auf 78 Taler erhöht wurde. 1774 wurde sie zum Ehrenmitglied der Akademie ernannt, und als Unterlehrerin für Stillleben gab sie dort seit 1783 als einzige Frau Unterricht. Zu ihren besten Schülern gehörten – neben drei weiteren Frauen – auch Caroline Theresia Richter (1777–1865) sowie ihre Neffen, der Blumen- und Miniaturenmaler Carl Jacob Benjamin Friedrich (1787–1840) und Johann Heinrich August Friedrich (1789–1843). Letzterer erlangte später auch in den östlichen Nachbarländern künstlerische Anerkennung für sein auf Vogeldarstellungen erweitertes Repertoire. Caroline unterrichtete zudem den jungen Gottlob Michael Wentzel im Zeichnen, nachdem dieser die Zeichenklasse der Akademie besucht hatte. Dabei vermittelte sie ihm elementare Kenntnisse und gab wichtige Anregungen zur Blumenmalerei, deren Umsetzungen ihm in der Kunstgeschichte den Namen „Blumen-Wentzel“ einbringen sollten. Zeitweilig lebte die Künstlerin in Hausgenossenschaft mit dem befreundeten Maler und späteren Direktor der Kunstakademie Johann Eleazar Zeissig, genannt Schenau. Ab 1776 beteiligte sie sich regelmäßig an den Akademieausstellungen, zu denen sie ausschließlich Stillleben entsandte. In ihren organischen Arrangements in Öl und auch in der Gouache-Technik kombinierte sie vorzugsweise Blumen, Früchte, Insekten sowie Nahrungsmittel, deren Meisterschaft zeitgenössische Kunstkritiker zu Vergleichen mit dem niederländischen Stillleben-Maler Jan van Huysum animierten. Im Gegensatz zu den eher sachlicheren Pflanzendarstellungen ihres Bruders Jacob entfalten sich Carolines Tempera-Pinselzeichnungen auf Tonpapier prachtvoller und farbenfreudiger, was den Herzog Franz Friedrich Anton von Sachsen-Coburg-Saalfeld zum Kauf von dreißig ihrer Blätter bewog. Auch ihre Förderin, die Prinzessin Henriette Amalie von Anhalt-Dessau, jüngste Tochter des Alten Dessauers, kaufte ihr mehrere Stücke ab. Diese wurden um 1900 der Gemäldegalerie des Amalienstifts Dessau einverleibt. Zahlreiche ihrer Arbeiten bleiben aber bis heute verschollen, so auch ihr Gemälde Allegorie auf den Weltfrieden mit der eingestickten Devise „Pax universalis 1800“, welches das Friedensjahr 1800 symbolisierte und in der Öffentlichkeit große Aufmerksamkeit errang – ihr vermutlich einziges Werk außerhalb der Stillleben-Gattung. Gemälde von ihrer Hand kamen später in die Sammlungen von König Friedrich August II. von Sachsen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts nahm man einige ihrer Bilder in die Kataloge der Dresdner Galerie auf. Heute bewahrt das Kupferstichkabinett Dresden eine beachtliche Zahl Zeichnungen, Aquarelle und Gouachen auf.

Caroline Friederike Friedrich starb am 20. Januar 1815 im Haus des bereits 1806 gestorbenen Malers Zeiss auf der Kreuzgasse in Dresden als berühmtestes Mitglied ihrer über vier Generationen tätigen Künstlerfamilie.3

Ihr Stilleben „Wein und Backwerk“ war in der Gemäldegalerie ausgestellt.1,2

Friedericke Christiane Elisabeth Freifrau von Fletcher

Sine amicitia vitam nullam („Ohne Freundschaft ist das Leben nichts“ – Motto der Fletcheraner)

Friedericke Christiane Elisabeth Freifrau von Fletcher, Erb- Lehn- und Gerichtsfrau auf Burkersdorf, Schönbach, Rugiswalde und Zschieschen, war eine Dresdner Stifterin. Sie bestimmte am 22. Mai 1796 für den Fall, daß ihre Tochter kinderlos sterbe, 40.000 Taler zur Gründung eines Volksschullehrerseminars, diese kamen 1815 zur Verfügung, 1825 erfolgte die Gründung des Seminars in der Freiberger Straße.

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Dr. Franziska Cordes

Dr. Franziska Cordes war Ärztin. Sie besuchte das Pensionat der Englischen Fräulein in Würzburg und Nymphenburg, dann das Mädchengymnasium Karlsruhe, es folgte das Studium in Heidelberg, Würzburg, Marburg und München, das Staatsexamen in München 1908 und 1909 die Dissertation in Würzburg „Über primäre Typhilitis“. 1912 kam sie an die Städtische Heil- und Pflegeanstalt Dresden, 1913 zog sie nach Berlin, 1914 nach Buchholz/Kr. Niederbarnim, 1919 – 1929 war sie niedergelassen in Berlin. Seit 1927 war sie Mitglied im Verein sozialistischer Ärzte.

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