Faustina Bordoni Hasse

Faustina Hasse-Bordoni, genannt La nuova sirena, Tochter des Paolo Bordoni, war eine italienische Opernsängerin (Mezzosopran) und Musikkritikerin.1

Ihren erster Auftritt hatte sie mit 19 Jahren. Es folgten Engagements in Florenz, Venedig, Bologna, München und Wien. 1726 ging sie nach London an Händels Oper, dort kam es zu einer Auseinandersetzung auf offener Bühne mit ihrer Rivalin Francesca Cuzzoni. 1730 heiratete sie den Komponisten Hasse. Am 7.7.1731 trifft das Ehepaar in Dresden ein, am 13.9. ist ihr erster Auftritt. Bis 8.10. bleiben sie in Dresden, dann folgen Reisen nach Rom, Turin, Venedig und Neapel. 1734 bekommt sie eine feste Anstellung in Dresden, trotzdem reist sie häufig nach Italien. 1764 ist sie zum letzten Mal in Dresden. Ihre Wohnung befand sich 1738 auf dem Altmarkt 7, 1740 auf der Schloßgasse 1, Ecke Wilische Gasse. Ihre Töchter hießen Maria Peppina und Christina, ein Sohn Francesco Maria.

Ihr Operndebüt hatte sie vermutlich im November 1716 im bedeutenden Teatro San Giovanni Grisostomo als Dalinda in Carlo Francesco Pollarolos Ariodante, neben der berühmten Marianna Benti Bulgarelli, die auch in Antonio Lottis Alessandro Severo ihre Partnerin war.1

Daneben trat Faustina an diversen anderen italienischen Bühnen auf, in Modena, Bologna, Reggio, Neapel und Florenz, unter anderem in Werken von Antonio Bononcini, Antonio Lotti, Francesco und Marc’Antonio Gasparini, Giovanni Maria Orlandini und Leonardo Vinci.

Im März 1722 gab sie private Konzerte in Rom, und 1723–1724 folgte sie einer Einladung nach München, wo sie in Opern des Hofkomponisten Pietro  Torri auftrat, unter anderem in dessen Griselda, neben Bernacchi und Filippo Balatri.

Dass sie zu dieser Zeit bereits einen ersten Gipfel des Ruhmes erreicht hatte, zeigt die Tatsache, dass man ihr 1724 in Florenz drei Medaillen widmete, was etwa zwanzig Jahre zuvor auch schon Vittoria Tarquini erlebt hatte. In Anspielung an den antiken Mythos vom bestrickenden Gesang der Sirenen wurde die Bordoni auf einer dieser Medaillen als „la nuova sirena“ bezeichnet.

Von Sommer 1725 bis Frühling 1726 war sie in Wien und sang zum Geburtstag der Kaiserin die Titelrolle in Antonio  Caldaras Semiramide in Ascalona, und in Opern von Johann Joseph  Fux. Ihr eilte bereits ein sagenhafter Ruf voraus und Kaiser Karl VI. soll sie laut Mattheson als „dieses große Weltwunder“ bezeichnet und ihr angeblich die horrende Summe von 15 000 Gulden gezahlt haben.

1726 ging sie für ein Honorar von 3000 Pfund im Jahr nach London. Ihr Debüt am King’s Theatre hatte sie am 5. Mai als Rossane in Georg Friedrich Händels Oper „Alessandro“, neben dem berühmten Altkastraten Senesino und Francesca Cuzzoni, die beide bereits Lieblinge des englischen Publikums waren. Da Faustina Bordoni als Sängerin zu bedeutend und bereits ein zu großer Star war, um sie nur als seconda donna einzusetzen, schrieb Händel in seinen neuen Opern bis 1728 jeweils zwei gleichwertige Primadonnen-Rollen für die Cuzzoni und für die Bordoni – die im Übrigen sowohl stimmlich als auch vom Gesangsstil sehr verschieden waren. Faustina Bordoni sang 1727 die Partien der Alcestis in Admeto und der Pulcheria in Riccardo Primo, und 1728 die Emira in Siroe und die Elisa in Tolomeo (1728). Sie trat außerdem in einer Wiederaufnahme seines Radamisto auf. Händel soll nach eigenen Aussagen gerne mit ihr zusammengearbeitet haben.

Außerdem sang sie in den Opern Lucio Vero und Teuzzone von Attilio Ariosti, sowie in Giovanni Bononcinis Astianatte

Nach dem finanziellen Zusammenbruch der Royal Academy of Music kehrte Faustina nach Italien zurück und sang in Venedig, Parma, Turin, Mailand und in München.
Dabei war Senesino noch einige Male ihr Bühnenpartner, so in Venedig im Teatro San Cassiano in Geminiano Giacomellis Oper Gianguir und in Orlandinis Adelaide; und auch in Turin in Siroe von Andrea Stefano Fiorè (UA: 26. Dezember 1729)und in Nicola Porporas Tamerlano. Einer dieser Auftritte wurde von dem Künstler Anton Maria Zanetti in einer Karikatur festgehalten.

Besonders erwähnenswert sind auch Bordonis Auftritte als Primadonna neben dem berühmten Sopranisten Carlo Broschi genannt „Farinelli“, im Frühling 1729 in Parma in Giacomellis Lucio Papirio dittatore und in Turin im Karneval 1731, in Porporas Poro und in der Oper Ezio von Riccardo Broschi (Farinellis Bruder).

1730 kam es zu einer entscheidenden Begegnung im Leben von Faustina Bordoni, als sie im venezianischen Teatro San Samuele die Titelrolle in der Oper Dalisa (UA: Mai 1730) des deutschen Komponisten Johann Adolph Hasse sang, einem der bedeutendsten Protagonisten eines neuen, aus Neapel importierten, „galanten“ Rokokostils in der Musik. Es blieb nicht nur bei einer Zusammenarbeit und die beiden heirateten am 20. Juli desselben Jahres in Venedig – heimlich, weil die Braut bereits schwanger war. Die beiden hatten drei Kinder: Maria Gioseffa (genannt Peppina; 1730–1811), Maria Cristina (1733–1807) und Francesco Maria (1735/36–1795).

Mit Hasse zusammen ging sie 1731 zum ersten Mal an die sächsische Hofoper in Dresden, wo sie in seiner Cleofide (UA: 13. September 1731) große Erfolge feierte.Wahrscheinlich saß im Publikum auch Johann Sebastian Bach, der nur einen Tag nach der Premiere ein Konzert an der Silbermann-Orgel der Dresdner Sophienkirche spielte, wo die Bordoni ihn wohl gehört haben muss, denn alle Hofmusiker und Virtuosen waren anwesend.

Ab 1734 war das Ehepaar Hasse dauerhaft in Dresden engagiert, wofür sie zusammen die enorme Summe von 6000 Reichstalern im Jahr erhielten. Bis 1751 sang die Bordoni die weibliche Hauptrolle in 23 Opern ihres Mannes, sowie in Oratorien und Konzerten.

Das Dresdener Engagement wurde nur einige Male unterbrochen, wenn sie zu Opernauftritten nach Italien reiste, bei denen sie meistens für die Werke ihres Ehemannes eintrat. Beispielsweise sang sie 1735 in Pesaro die Vitellia in Hasses Vertonung von La clemenza di Tito (UA: 24. September 1735), unter anderem neben Giovanni Carestini und dem Tenor Angelo Amorevoli.
1738–1739 reiste sie zu Opernauftritten in ihre Heimatstadt Venedig und sang am San Giovanni Grisostomo die Partie der Aristea in Pergolesis L‘ olimpiade und die Titelrolle in der Uraufführung von Hasses Viriate (24. Januar 1739). Bei dieser Gelegenheit hörte sie 1739 der französische Reisende Charles de Brosses, der allerdings bereits erste Anzeichen eines stimmlichen Verfalls registrierte: „Die Faustina singt im großen Stil und mit charmanter Leichtigkeit, aber ihre Stimme ist nicht mehr jung.“ („…la Faustina chante d’un gran goût et d’un légèreté charmante, mais ce n’est pas plus une voix neuve“).

Friedrich der Große dagegen war noch 1742 von (französ.) „la Faustine“ entzückt, als er sie während eines Besuchs am Dresdner Hof in Hasses Lucio Papirio dittatore hörte, in der Rolle der Papiria.

Bis 1747 war sie als Primadonna der Dresdner Hofoper unumstritten.

1751 in Dresden nahm sie ihren Abschied von der Bühne, in Hasses Oper Ciro riconosciuto und in seinem Oratorium I Pellegrini,

Etwa 1773 siedelte die Familie Hasse nach Venedig über.

Dort starb Faustina Bordoni im Alter von 84 Jahren am 4. November 1781. Sie wurde in der Kirche San Marcuola beigesetzt.

 

Fatima Spiegel (Maria Aurora von Spiegel)

Fatima Spiegel war eine Türkin, sie wurde 1686 von Generalfeldmarschall v. Schöning als Beutestück aus Ungarn mitgebracht und in Berlin getauft. Sie war Gesellschafterin der Aurora von Königsmarck (diese war ihre Taufpatin, nach der sie vermutlich auf den Namen Maria Aurora getauft wurde 3), seit ca. 1700 Mätresse Augusts des Starken, gebar ihm 1702 Friedrich August (Graf Rutowski), 1706 die Tochter Katharina. Verheiratet war sie mit Augusts Kammerdiener und späterem Domänendirektor Johann Georg Spiegel.1,2

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts diente das außergewöhnliche Schicksal der Maria Aurora Spiegel als Vorlage für zwei historische Romane.3

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts publizierte Adam Lewenhaupt Belege aus dem Taufbuch der Deutschen Kirche zu Stockholm. Dort findet sich mit Datum 7. November 1686 folgender Vermerk:

„Vier Türckische weibes persohnen, so in d. Neuheusslichen Eroberung durch hn Baron Eschen gefangen genommen und anhero gebracht worden, derer eine Roozia geheissen und einen türckischen Officirers zum Manne gehabt, der ihrem vermuthen nach im Sturme geblieben; die andere Eysia, so zwar von Christlichen Eltern, wie sie vorgiebt, gebohren, a. o. gewiss weiss, ob sie getaufft sey, zumahlen sie bey türckischer Herrschafft gedienet. Die dritte Fattime, die eines türckischen Priesters Ehefrau gewesen, welcher Ehemann aber vor der Eroberung auff dem Bette gestorben; die vierdte Emini, die auch an einem Türcke verheyrathet gewesen, welcher ebenfalse in der Belagerung umbkommen.“

Taufpaten der „Fattime“ waren lt. Lewenhaupt: der seinerzeit erst vierjährige Kronprinz von Schweden (später König Karl XII.), Reichsmarschall Graf Steenbock, Feldmarschall Graf Otto Wilhelm von Königsmarck, die Grafen Erik Steenbock, Philipp Königsmarck, Baron Alexander Erskin, Gräfin Beata Elisabeth De la Gardie geb. Königsmarck, Lisa De la Gardie geb. Oxenstierna, Marie Lillie geb. Steenbock, Hedvig Oxenstierna geb. De la Gardie, Görel Lewenhaupt geb. Sparre, Ebba Banér geb. Lewenhaupt sowie Fräulein Aurora Königsmarck.

Demnach fielen die besagten Türkinnen dem „Baron Eschen“, den Lewenhaupt als Alexander Erskin identifiziert (wahrscheinlich ein Sohn des bekannteren Alexander Erskein), nicht im September 1686 in Ofen, sondern bereits 1685 bei der Eroberung der Festung Neuhäusel (heute Nové Zámky in der Slowakei) in die Hände und waren wohl auch nicht mehr im Kleinkindalter. Getauft wurden sie auf die Namen Ulrica Beata, Hedewig Johanna, Scharlotta Maria und Maria Aurora. Dass der Taufname Maria Aurora im Taufbuch tatsächlich nicht Fattime, sondern Emini zugeordnet ist, erklärt Lewenhaupt als unbeachtlichen Eintragungsfehler, mit der Begründung: es sei bekannt, dass Frau von Spiegels ursprünglicher Name Fatima war, dass sie nach ihrer Patin Aurora von Königsmarck benannt wurde, und dass Letztere nur Patin einer einzigen Türkin war.

In den Jahren 1694 bis 1701 stand Maria Aurora anscheinend im Dienst der Aurora von Königsmarck, befasste sich daneben aber auch mit einer „Angelegenheit“ bzw. einem „Unternehmen“ in eigener Sache. Um was es sich dabei handelte, geht aus den diesbezüglichen Bemerkungen in der Korrespondenz der Gräfin Amalie von Löwenhaupt geb. Königsmarck jedoch nicht hervor. Eine weitere knappe Erwähnung enthält die von Michael Ranft 1751 verfasste Biographie des Moritz von Sachsen, der ein illegitimer Sohn des Kurfürsten mit Aurora von Königsmarck war. Demnach ließ August den seinerzeit ungefähr dreijährigen Knaben „[…] im Jahr 1699 mit seiner Wartefrau in Gesellschaft der Türkin von seiner Mutter, die nachgehends den Accisrath Spiegel geheyrathet, nach Warschau kommen […]“. Auch der Löwenhauptsche Briefwechsel lokalisiert Maria Aurora 1699 in Warschau. Im Mai oder Juni 1702 gebar sie einen Sohn, genannt Friedrich August, den der König zwei Jahrzehnte später als seinen „natürlichen“ Sohn anerkannte.

Im Laufe des Jahres 1703 kam es zwischen Maria Aurora und ihrer Patin zu einem Zerwürfnis, dessen Ursache nicht ersichtlich wird. Amalie von Löwenhaupt (die sich nach dem Tod ihres Gatten wieder Königsmarck nannte) antwortet auf einen Brief ihrer Schwester: „Das ist ja doch abscheulich, was Ihr mir von dem Beuchlingen schreibt. Das mögen wohl bassesse inutile heißen. Ich glaube, die undankbare Türkin wird auch noch einmal ihr Hofleben mit dem Königssteine verwechseln müssen. Sie hat es auch wohl verdient: das lüderliche Thier. Wir mögen wohl sagen, wir haben Schlangen im Busen erzogen.“ Geschadet hat der „Türkin“ diese Animosität offenbar nicht. Sie blieb am Hof und in der Gunst des Königs, auch noch neben dessen nächsten Mätressen Gräfin Esterle, Fürstin von Teschen und Gräfin Cosel. Im Jahr 1706 gebar sie eine Tochter, die ebenfalls Maria Aurora genannt wurde.

Haxthausen berichtet, dass der König seine Geliebte mit seinem Kammerdiener Spiegel verheiratete, um ihre Liaison wirksamer zu verschleiern. Auch Pöllnitz schreibt von einer Heirat auf des Königs Veranlassung, jedoch bezeichnet er Spiegel als „Obrist-Lieutenant“. Beide Autoren behaupten, dass es sich nur um eine Scheinehe gehandelt habe. Den Zeitpunkt der Eheschließung geben beide nicht an, er ist bis heute unbekannt.

Maria Auroras Ehemann Johann George Spiegel war nachweislich Kammerdiener bei Friedrich August, schon vor dessen Regierungsantritt als Kurfürst. In gleicher Funktion wurde er 1694 nochmals bestätigt, dann wechselte er ins Finanzressort. Am 1. Oktober 1697 wurde er als „Accispachter“ des Accisamts Leipzig verpflichtet. Anschließend erscheint er als „Accisrath“, später „Generalaccisrath“. Ein Adelstitel ist nicht nachweisbar. Ô Byrn: „Aus Courtoisie gaben einige Briefschreiber beiden Eheleuten einige Male das „von“, und ihr das Prädicat „Euer Gnaden“, sicher ist aber, daß Spiegel nicht geadelt worden ist.“

Mit der Eheschließung hatte Maria Aurora dennoch endlich das erhalten, was bei der Taufe in Stockholm versäumt worden war: einen vollwertigen Namen, unter dem sie geschäftsfähig war und bald auch in Erscheinung trat. Am 3. Juli 1705 kaufte sie für 20.000 Taler das Gut und Vorwerk Särchen aus der Standesherrschaft Hoyerswerda, deren Inhaberin seinerzeit die Fürstin von Teschen war. In der Kaufurkunde fügte sie ihrer Unterschrift den Zusatz „geborne von Kahrimann“ bei.

Um 1709 wurde Johann George Spiegel als Oberintendant der polnischen Domänen des Königs nach Lemberg (heute Lwiw in der Ukraine) versetzt. Maria Aurora und ihre (d. h. des Königs) Kinder, die Spiegel als seine eigenen behandelte, zogen mit ihm. Neben der offiziellen Stellung diente Spiegel dem König dort als Aufklärer und Informant auf vorgeschobenem Posten in der Grenzregion und verstrickte sich nach und nach in die diffizilen diplomatischen Kontakte zwischen Polen, Russland, dem Khanat der Krim und dem Osmanischen Reich. Dabei fungierte Maria Aurora Spiegel nachweislich mehrmals als Dolmetscherin. Zwischenzeitlich war sie außerdem mit der Fürstin von Teschen in einen Prozess verwickelt.

Johann George Spiegel, der dem diplomatischen Intrigenspiel anscheinend nicht gewachsen war, zog sich ab 1713 zunehmend das Misstrauen und schließlich die Ungnade des Königs zu. Im Mai 1715 ordnete der König an, auf der Festung Sonnenstein einen Haftraum für Spiegel vorzubereiten, aber der starb, noch bevor er dort eingeliefert wurde. In einer Aktennotiz vom 30. Juli 1715 wird sein Tod beiläufig erwähnt.

Nach dem Tod ihres Ehemannes musste sich Maria Aurora Spiegel als alleinerziehende Mutter mit den beiden Königskindern durchschlagen. Einen gewissen Rückhalt suchte und fand sie, wie die erhalten gebliebene Korrespondenz ausweist, bei dem mächtigen Minister Jacob Heinrich von Flemming, der ihr zeitlebens gewogen blieb. Am 19. September 1715 erhielt sie für ihr Besitztum in Särchen den Erbbrief, eine außerordentliche Begünstigung, die nur im Ausnahmefall und aus triftigen Gründen auf Antrag gewährt wurde. Die Immobilie wurde damit aus dem Lehensverband herausgelöst und dem Inhaber für alle Zeiten als frei verfügbares und vererbbares Eigentum übertragen. Am 25. Februar 1717 verkaufte sie das Gut für 15.000 Taler an die Fürstin von Teschen. Im selben Jahr erwarb sie ein Haus in Dresden (Haus Rampische Straße 33). Die Tochter Maria Aurora lebte wahrscheinlich bei ihr, der Sohn Friedrich August befand sich bis 1722 zur Ausbildung in Paris, beide Kinder trugen bis zu dieser Zeit den Familiennamen ihres Stiefvaters Spiegel. Dann holte sie der König nach Warschau in seine Nähe und legte ihnen den Namen Rutowski bzw. Rutowska bei. Am 19. September 1724 wurde ihre Legitimierung und Erhebung in den Grafenstand beurkundet. Wenige Tage später heiratete Maria Aurora Rutowska den Kron-Oberschenk Graf Michael Bielinski, Starost von Stumm. Friedrich August Rutowski wurde als Kommandeur eines Regiments in den Militärdienst des Königreiches Sardinien vermittelt.

Über die Lebensumstände der Mutter in dieser Zeit schreibt Ô Byrn: „Glänzend mögen die Verhältnisse der Spiegel nicht gewesen sein, das geht aus einem Briefwechsel des Grafen Flemming mit der Spiegel aus dem Jahre 1723 hervor.“ Des Weiteren nimmt er an, dass Johann Georg Spiegel 1723 noch am Leben war: „[…] wie aus einem Briefe der Spiegel aus jener Zeit, datirt aus Oloschitz vom 7. April, an den Grafen Flemming hervorgeht, in welchem sie sagt, sie selbst, ihre Tochter und ihr Mann tränken öfters auf das Wohl ihres Protectors. Die Antwort des Grafen, in rosigster Laune abgefaßt, läßt auf ein zwischen ihm und der Spiegel in der früheren Zeit stattgehabtes galantes Verhältniß schließen.“

Conrad Ludwig Sulze, Geschäftsführer der Gräfin Aurora von Königsmarck in Dresden, erörtert in einem Brief vom 17. Oktober 1724 die Standeserhöhung und Verheiratung der Rutowska und fügt hinzu: „Die Mutter, weil sie katholisch worden, hat der Welt ganz abgesagt, und geht fleißig ins Kloster zu den barmherzigen Brüdern.“

Ô Byrn: „Kurze Zeit darauf ist zum allerletzten Male in einem Briefe des Grafen Flemming im Jahre 1725 von ihr die Rede, in dem es, da es sich um Beschaffung eines Silbergeschirrs für den Grafen Rutowski handelt, heißt: car pour Mad. Spiegel je ne crois pas qu’on la puisse persuader à se defaire de celuy qu’elle a.“3

 

 

Fanny Urbach

Fanny Urbach wurde am 13. März 1921 in Dresden geboren. Ihre Eltern waren Martha und Jacob Benjamin Urbach.

Martha Urbach, geborene Hentschel, wurde am 17. Mai 1900 geboren. Ihr Mann Jacob Benjamin Urbach wurde am 5. November 1893 in Alexandrowo, im heutigen Polen geboren. Er arbeitete als Vertreter und befand sich seit dem 25. August 1917 in Sachsen. Das Ehepaar hatte die drei Kinder Siegfried, Fanny und Edith.

Salomon Siegfried Urbach wurde am 25. März 1920, seine Schwestern Fanny Urbach am 13. März 1921 und Edith Urbach am 5. Dezember 1922 in Dresden geboren. Siegfried feierte 1933 in der Synagoge seine Bar Mizwah. Zum Unterhalt der Familie konnte er als Arbeitsbursche beitragen. Fanny ging auf die 22. Volksschule in der Louisenstraße, ab 1937 besuchte sie gemeinsam mit ihrer Schwester Edith die 2. Mädchen-Berufsschule in Dresden.

Jacob Urbach wurde bereits 1936 nach Polen ausgewiesen und gilt seitdem als verschollen. Siegfried wurde vermutlich gemeinsam mit seiner Mutter während der sogenannten Polen-Aktion am 28. Oktober 1938 nach Polen ausgewiesen. Vermutlich lebten beide im Ghetto in Łódź. Das Schicksal der beiden ist ebenfalls unbekannt. Die beiden Schwestern Fanny Urbach und Edith Urbach konnten fliehen (nach Palästina) und überlebten die Verfolgungen. Quellen behaupten, dass Edith im Kibbuz El Haschoveth gelebt hat, Fanny ab 1947 in Wien lebte und ab 1960 ebenfalls nach Israel ging.

Am 5. Dezember 2013 wurden zur Erinnerung an die Familie Urbach fünf Stolpersteine auf der Königsbrücker Straße 37 (Dresden-Äußere Neustadt) gesetzt.

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Fanny Moran-Olden

Fanny Moran-Olden war Sängerin. Die Tochter des Geh. Medizinalrates Tappenhorn nannte sich Olden, um ihre Eltern nicht wegen ihrer Bühnenlaufbahn zu kompromittieren. Sie gab ihr Debüt in Dresden, trotz ihrer Auseinandersetzungen mit dem Intendanten bekam sie ein Engagement an der Dresdner Hofoper. Durch Intrigen vertrieben, ging sie nach Frankfurt, später ans Leipziger Stadttheater. Sie war eine berühmte Wagnersängerin, seit 1892 lebte sie in Berlin. Sie schloß Ehen mit dem Tenoristen Karl Moran und dem Kammersänger Theodor Bertram. Geistig umnachtet starb sie in einer Privatirrenanstalt.

Fanny Olden gastierte auch an der New Yorker Metropolitan Opera: als Hugenotten-Valentine und Fidelio-Leonore. Im Fidelio sang ihr Mann Karl Moran den Florestan. Ihr 2.Mann Theodor Bertraum nahm sich nach ihrem Tod in Berlin das Leben in SGravenhage/Holland. Er war zu seiner Zeit einer der berühmtesten Bayreuth-Wotane und Hans Sachs. Von ihm gibts einige wenige Aufnahmen – von Fanny Olden wohl nicht – oder doch? Dann bitte Mitteilung an: Hartmut Hellberg, geb.in Oldenburg Oldb, 29690 Lindwedel.

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Fanny (Vögele) Bondi

Fanny Bondi, geb.Vögele (auch:Feigele) (1789-1821 in Dresden 2) war die Tochter von Joseph Jonas Bondi und Johanna Bondi geb. Lehmann.

Sie war verheiratet mit Jomtow Jontua Bondi (1782-1864).

Kinder

  • Joseph Bondi (1818-1897)
  • Helena Chayele Bondi (1815-?)

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Fanny Lewald

Fanny Lewald war Erzählerin und Romanschriftstellerin, Frauenrechtlerin und Kämpferin für die Emanzipation der Juden. Die Tochter eines jüdischen Kaufmanns, im 17. Lebensjahr zum Christentum übergetreten, um einen Kandidaten der Theologie, den sie liebte, heiraten zu können, bereute später diesen Schritt und entsagte ihrem Geliebten. 1844 und 1848 besuchte sie Dresden, bis 1877 fanden häufige Besuche als Gast der „Montagsgesellschaft“ statt (s. Marie Stritt). 1854 heiratete sie Adolf Stahr, sie unternahmen gemeinsame Reisen, nach seinem Tod lebte sie in Berlin. Am 9. Juli 1889 zog sie nach Dresden und wohnte im Hotel „Bellevue“.

Lewald forderte das uneingeschränkte Recht der Frauen auf Bildung und auf gewerbliche Arbeit ebenso, wie sie sich gegen die Zwangsverheiratung junger Frauen einsetzte (sie selbst hatte sich in ihrer Jugend erfolgreich der Verheiratung mit einem ungeliebten Mann widersetzt). Auch gegen das Scheidungsverbot opponierte sie und sprach sich in ihrem dritten Roman Eine Lebensfrage für die Erleichterung der Ehescheidung aus. Soziale Fragen beschäftigten sie immer wieder, so in Der dritte Stand (1845) oder Die Lage der weiblichen Dienstboten (1843). Aber auch Erzählungen und Reisebilder gehörten zum Repertoire der Schriftstellerin, die oft auf Reisen war. Die Ereignisse von 1848 begleitete sie publizistisch und setzte den Revolutionen in Paris, Berlin und Frankfurt in ihren zweibändigen Erinnerungen aus dem Jahr 1848 (1850) ein Denkmal. Lewald analysierte die Konventionen und Traditionen ihrer Zeit, sparte aber auch nicht an selbstkritischen Äußerungen gegen sich und das weibliche Geschlecht.1

Die Fanny-Lewald-Straße in Kleinzschachwitz wurde ihr zu Ehren benannt.

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Fanny Kohn

Fanny Kohn wurde am 5. Dezember 1922 geboren, ihre Eltern waren Leizer und Bela Kohn, geb. Podhorzer.

Die Familie Kohn hatte fünf Töchter (Edith, Regina, Nelly, Freidl/Frieda und Fanny) und führte ein koscheres Fleisch- und Wurstwarengeschäft auf der Ziegelstraße 9 und belieferte u.a. die jüdische Gemeinde Dresdens.

Im Zuge der sogenannten Polen-Aktion vom 28. Oktober 1938 wurden die Eltern mit den Töchtern Regina und Fanny aus Deutschland zwangsverwiesen und nach Przemyśl in Polen abgeschoben. Bis heute kennt die Familie nicht das genaue Schicksal ihrer Angehörigen. Sie nimmt an, dass Leizer, Bela und deren Töchter Regina, Edith und Fanny Kohn 1939 oder 1940 in Polen ermordet wurden.

Gedenken

Am 25. November 2012 wurden zur Erinnerung an die Familie Kohn fünf Stolpersteine auf der Pestalozzistraße 1 (Dresden-Innere Altstadt) gesetzt. Barbara Allen-Brecher, Nellys Tochter, spendete die Stolpersteine für ihre Großeltern sowie die drei ermordeten Tanten.1,2

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Fanny Janauschek

Fanny Janauschek (Francziska Magdalena Romance Janauschek) war Schauspielerin. Berühmt wurde sie mit ihrer „Iphigenie“ am 28. Mai 1849 anlässlich der Feier zum 100. Geburtstag Goethes. Von 1861 bis 1862 war sie am Dresdner Hoftheater engagiert. Am 9. Oktober 1863 gab sie ihr USA-Debüt in der Academy of Music in New York als „Medea“ und trat 1870 in „Maria Stuart“ auf. 1880 übersiedelte sie in die USA, ihr Stil galt jedoch als altmodisch. 1895 spielte sie am Broadway in „The Great Diamond Robbery“ die „Mutter Rosenbaum“.

Ihr Porträt – als Personifikation der Stadt Frankfurt – schmückt den berühmten „Rothschild Love Dollar“ (1861 – 1865). Arnold Böcklin malte 1861 ihr Porträt als „Donna Isabella“ (aus Schillers Die Braut von Messina);.1,2

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Fanny Hirsch

Fanny Hirsch, geb. Schneck, wurde am 17. September 1901 in Dresden geboren. Sie war verheiratet mit dem Dresdner Kaufmann Albert Hirsch. Ihr Sohn Manfred kam am 10. November 1929 in Dresden zur Welt. Im November 1938 wurde Albert Hirsch verhaftet und in das Konzentrationslager Buchenwald deportiert und im Frühjahr 1938 wieder entlassen. Familie Hirsch wurde gezwungen, in das sogenannte Judenhaus in der Sporergasse 2 zu ziehen. In den Goehlewerken der Zeiss Ikon AG musste er mit seiner Frau Zwangsarbeit verrichten. Am 23./24. November 1942 wurde die Familie in das „Judenlager Hellerberg“ deportiert. Am Abend des 3. März 1943, kam dieser Transport nach 24-stündiger Fahrt ohne Essen und Trinken in Auschwitz-Birkenau an, wo Fanny und Manfred Hirsch vermutlich sofort nach ihrer Ankunft ermordet wurden. Der Stolperstein von Fanny Hirsch befindet sich in der Rietschelstraße 28 in Dresden.

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