Elisabeth Hunaeus

Elisabeth Hunaeus, Kindergärtnerin, Jugendleiterin, Hortnerin, Schulgründerin und Pädagogin.

Edith Maria Agnes Elisabeth war das älteste von zwei Kindern des preußischen Generalmajors Wilhelm Hunaeus und dessen Ehefrau Marie, geborene Rohrmann. Bedingt durch die berufliche Laufbahn des Vaters wechselte die Familie öfter die Wohnorte. Nach ihren Ausbildungen zur Kindergärtnerin am „Evangelischen Fröbelseminar“ in Kassel und zur Jugendleiterin am „Pestalozzi-Fröbel Haus II“ in Berlin, leitete Elisabeth Hunaeus in den Jahren 1918/19 das staatlich anerkannte Kindergartenseminar des Nationalen Frauendienstes in Posen, 1919 bis 1921 das Kindergärtnerinnenseminar in Quedlinburg und 1924 die „Elisabeth-Anstalt“ zur Erziehung verwahrloster Mädchen in Mühlhausen. Danach wurde sie Erziehungsleiterin der Aktion „Stadtkinder aufs Land“ in der von der Landesversicherungsanstalt in Bad Gottleuba eingerichteten Kinderkolonie.

Elisabeth Hunaeus gründete 1926 in Hellerau bei Dresden (Festspielhaus) eine umfassende Ausbildungsstätte für das weibliche Geschlecht, das sie „Seminar für Frauenbildung“ nannte. Dieses umfasste eine Kindergärtnerinnen- und Hortnerinnenschule, ein Kinderpflegerinnenseminar, ein Internat für die Seminaristinnen und ein kleines Kinderheim mit 15 Plätzen. Die Schülerinnen der sozialpädagogischen Schulen „erhielten eine Ausbildung, die eine Förderung des Kreativ-Künstlerischen wie Praktisch-Handwerklichen vorsah. Der obligatorische wissenschaftliche Unterricht war nicht ausgespart. Ebenso wurde Wert auf die Rhythmisierung des Lebens durch das Hervorheben von Festen, Spiel und Tanz gelegt“.

Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums ihres Seminars resümierte Hunaeus im Festvortrag über die Ausbildung:

„Die Montessori-Methode arbeitet zu viel mit mathematischen Formen, die als ein Fertiges und Starres dem Wesen kleine Kinder nicht dienen können. Auch in den Bausteinen, Falt- und Konstruktionsspielen Friedrich Fröbels überwiegen abstrakte Formen zu sehr. Dagegen beziehen wir andere wichtige Hinweise der Pädagogik Friedrich Fröbels in unsere Arbeit ein. Das sind meine Vorschläge für die Musikpflege, Sprachgestaltung, Bewegungsspiel und Gymnastik mit Kleinkindern; Erziehung zu Pflanzen- und Tierpflege und vielseitige Betätigung des kindlichen Spiels- und Basteltriebes… Der eigentlich künstlerischen Erziehung dient dann im Besonderen der Unterricht im Zeichnen, Werk- und Gartenarbeit, Gymnastik, Volkstanz und Laienspiel. Wir haben den letztgenannten Fächern in unserem Stundenplan von Anfang an wesentlich mehr Stunden eingeräumt, als es an anderen Kindergärtnerinnen-Seminaren üblich war, denn wer formend auf andere Menschen wirken will, in dem müssen zunächst selbst die schöpferischen Fähigkeiten entwickelt werden“

Im Spätsommer 1933 übersiedelte die Bildungsinstitution nach Boxdorf bei Dresden. Als Anhängerin der Anthroposophie scheute sich die Schulleiterin nicht „das Risiko, politisch oder rassisch diskriminierten Schülerinnen den Besuch ihrer Schule zu ermöglichen“. Somit war die Bildungsinstitution Repressionsmaßnahmen durch die Nazis ausgesetzt, worauf Hunaeus ihr Seminar 1938 an einen „stilleren Ort“ verlegte, nach Kempfenhausen am Starnberger See. Doch auch dort wurde Elisabeth Hunaeus „zusehends von führenden Leuten der NSDAP, der NS-Verwaltung und seinem Repressionsapparat beschattet… Allein der Schulleiterin Sympathie für die Lehren Rudolf Steiners war den Braunhemden äußerst suspekt, wenngleich sie Mitglied der NS-Frauenschaft war und Briefe mit ‚Heil Hitler‘ unterzeichnete“.

Elisabeth Hunaeus waren „Bewegungsspiele und Volkstänze, also der Zusammenklang von Musik, Gesang und Bewegung, kurz, die rhythmische Erziehung, zumindest genauso wichtig für die Ausbildung der Kindergärtnerinnen wie die theoretisch-wissenschaftlichen Ausbildungsfächer“ (Hunaeus 2017, S. 2001). Die von ihr gestalteten rhythmisch-musikalischen Aufführungen, ob in Hellerau, Boxdorf oder Kempfenhausen erfreuten sich großer Beliebtheit, weit über die Grenzen des Seminars hinaus. Beispielsweise wurde O Mensch gib acht!, das aus der Musik- und Volkstanzarbeit am „Seminar für Frauenbildung“ in Kempfenhausen entstand, 1942 uraufgeführt und auch in München im Goethesaal der Christengemeinde mehrmals gespielt.

Elisabeth Hunaeus übergab das Seminar 1967 an den Zweckverband Bayerische Landschulheime, der die Bildungseinrichtung unter dem Namen Landschulheim Kempfenhausen weiterführte als Sozialwissenschaftliches Gymnasium für Mädchen und einer Fachschule für Sozialpädagogik; für einige Jahre gab es auch eine Realschule und eine Fachoberschule für Mädchen. 1973 wurde die „Fachschule für Sozialpädagogik“ zur Fachakademie für Sozialpädagogik umstrukturiert. Wegen fehlender Nachfrage an Ausbildungsplätzen stellte die Fachakademie 1989 ihren Betrieb ein.

Elisabeth Hunaeus, die ihre letzten Lebensmonate in einem Seniorenheim in Garmisch verbrachte, starb 1973 im Alter von 80 Jahren. Ihr Grab befindet sich auf den Friedhof von Aufkirchen.

Anlässlich 50 Jahre Fachakademie für Sozialpädagogik im Jahre 1988 wurde die Schulgründerin in Wort und Schrift gewürdigt. Seitlich am Haupteingang zum „Landschulheim Kempfenhausen“ wurde eine Tafel zur Erinnerung an Elisabeth Hunaeus angebracht. Am Abend des 13. Novembers 2017 fand in der Aula des Landschulheims die Buchvorstellung Elisabeth Hunaeus. Ein Leben für Bildung und Ausbildung junger Frauen statt.1,2,3,4

Elisa von der Recke

Elisa (Charlotte Elisabeth Constanze Freifrau) von der Recke war die Tochter des polnischen und sächsischen Kammerherrn Friedrich von Medem. Sie war eine deutschbaltische Dichterin, Schriftstellerin und Kirchenlieddichterin.

Nach dem frühen Tod der Mutter erhielt Elisa nur eine dürftige Ausbildung im Hause ihrer Großmutter. Diese verbot ihr das Lesen von Büchern. Nachdem ihr Vater 1767 erneut geheiratet hatte, lebte Elisa wieder in seinem Haus, wo sich ihre Stiefmutter Agnes Elisabeth von Brukken (1718–1784) bemühte, ihr eine gewisse Allgemeinbildung zu vermitteln.

1771 heiratete sie Magnus von der Recke, 1781 wurde die Ehe geschieden. Elisa übte eine diplomatische Tätigkeit für ihre Schwester, die Herzogin von Kurland, aus.

Im Jahr 1787 erschien von der Reckes Schrift Nachricht von des berüchtigten Cagliostro Aufenthalt in Mitau im Jahre 1779 und dessen magischen Operationen,

Zeit ihres Lebens bereiste sie Europa, um insbesondere die damaligen Geistesgrößen – z. B. Friedrich Nicolai, Friedrich Gottlieb Klopstock, Friedrich Christian August Hasse, Johann Wilhelm Ludwig Gleim, Matthias Claudius, Johann Bernhard Basedow, Carl Philipp Emanuel Bach, Anton Graff, Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, Immanuel Kant, Johann Georg Hamann, den Schauspieler Friedrich Ludwig Schröder, Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller – kennenzulernen und diese Kontakte durch langjährige Korrespondenz zu intensivieren. Eine dieser Reisen unternahm sie zusammen mit ihrer engsten Freundin Sophie Becker, mit der sie auch einen gemeinsamen Gedichtband veröffentlichte. Sie unterhielt freundschaftliche Beziehungen zu den als aufgeklärt geltenden Fürstenhöfen von Anhalt-Dessau und Augustenburg und zu den Grafen Stolberg und hatte Zutritt zu den Königshöfen in Berlin und Warschau.

Sie lebte ab 1798 fast ausschließlich in Dresden, seit 1804 zusammen mit ihrem Freund Christoph August Tiedge. Sie wohnten am Kohlmarkt (Körnerstraße). Viel bedeutete ihr die Freundschaft mit der Familie Körner (sie war Patin Theodor Körners), mit Anton Graff und vielen bekannten Zeitgenossen in ganz Deutschland sowie in Polen und im Baltikum. Bei den Zusammenkünften herrschte in ihren späteren Jahren ein religiös-empfindsamer Ton, es wurden Choräle von Naumann gesungen. Sie betreute insgesamt 13 Pflegetöchter.

Sie schrieb pietistisch-empfindsame Gedichte, Tagebücher und Memoiren. 1787 verfasste sie die aufklärerische Streitschrift „Nachricht von des berühmten Cagliostro Aufenthalt in Mitau im Jahre 1779 und dessen magischen Operationen“, die sie auf einen Schlag im gesamten gebildeten Europa bekanntmachte. Von der Recke rechnete darin mit den amourösen Avancen Cagliostros ihr gegenüber – bei gleichzeitiger Darstellung seiner hochstaplerischen Umtriebe – schonungslos ab. Zarin Katharina die Große wandte ihr in Anerkennung dieses Werkes lebenslang die Erträge aus dem Domänengut Pfalzgrafen bei Mitau zu. Damit war von der Recke finanziell unabhängig.

Nach ihr wurde die Reckestraße in Dresden-Plauen benannt.1

 

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Elfriede von Mühlenfels

Elfriede von Mühlenfels war Dichterin, sie lebte 1847 in Dresden, sonst in Berlin, stellte das „Dresdner Album“ zur Unterstützung der Hungernden im Erzgebirge und in der Oberlausitz zusammen. Bei der ersten Auflage von 1847 kamen 1700 Taler zusammen, die 2.Auflage erschien 1855 in Berlin. Ein Drittel des Reinertrags ging an die Tiedge-Stiftung für sächsische und preußische bedürftige Schriftsteller und Künstler männlichen und weiblichen Geschlechts – von dieser Stiftung erhielt auch 1855 Wilhelmina von Chezy eine lebenslängliche Pension von 100 Talern. Das Album enthält Beiträge von König Johann (aus „Pertinax“), von Prinzessin Amalia von Sachsen (aus „Mesru“), von Luise Förster („Nichtigkeiten“), von Maria von Houwald-Thielau („In das Album des schwarzen Prinzen von Aschanti, als er nach mehrjährigen bergwissenschaftliche Studien Europa Lebewohl sagte“, „Einkehr“), der Herausgeberin selbst („Bilder aus der Dresdner Gallerie“ u.a.), von Charlotte Krug geb. Schnorr von Carlsfeld („An Ihro Maj. die Königin Maria von Sachsen“), eine Geschichte der Schillerstiftung mit Würdigung des ersten Beitrages durch Johanna Helmeke aus Hamburg, der Dresdner Autorin Ida Frick („Johanniswürmchen und Schmetterling“) u.a. Gründete einen „Frauenverein zur Erwerbung eines Kriegsfahrzeugs“ in Berlin und Potsdam, der tatsächlich das Geld für ein Kriegsschiff zusammenbrachte, das 1855 in Wolgast auf den Namen „Frauenlob“ getauft wurde!

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Elfriede Maria Scholz

Elfriede Maria Scholz, geb. Elfriede Remark (* 25. März 1903 in Osnabrück – 16. Dezember 1943 in Berlin-Plötzensee) war eine deutsche Schneidermeisterin, die 1943 dem Terror des nationalsozialistischen Regimes zum Opfer fiel.

Leben

Elfriede Maria Scholz, geb. Elfriede Remark, kam am 25. März 1903 als jüngstes von fünf Kindern des Buchbinders Peter Franz Remark (1867–1954) und der Anna Maria Remark, geb. Stallknecht (1871–1917) in Osnabrück zur Welt. Ihr Bruder war der spätere Schriftsteller Erich Maria Remarque (eigentlich Erich Paul Remark; * 22. Juni 1898 in Osnabrück – † 25. September 1970 in Locarno). Sie absolvierte eine Schneiderlehre und führte in Dresden als Damenschneiderin ab Mitte der 1930er-Jahre ein eigenes Geschäft. 1941 heiratete Sie den Musiker Heinz Scholz.

Wie ihr Bruder war sie eine überzeugte Gegnerin der Nationalsozialisten. Eine Aussage gegenüber einer Kundin, dass der Krieg doch verloren sei, führte nach Denunzierung bei der Gestapo zu ihrer Verhaftung. Im Oktober 1943 wurde sie vor dem Volksgerichtshof in Berlin unter Vorsitz von Roland Freisler wegen Wehrkraftzersetzung zum Tode verurteilt. Freisler soll sich in seinem Urteil explizit auf ihren pazifistischen Bruder bezogen und während der Verhandlung ausgerufen haben: „Ihr Bruder ist uns leider entwischt – Sie aber werden uns nicht entwischen.“

Das Urteil wurde am 16. Dezember 1943 in der Richtstätte des Strafgefängnisses Berlin-Plötzensee durch Enthauptung mit dem Fallbeil vollstreckt.

Die Nachricht vom Tod seiner Schwester, zu der der Kontakt abgebrochen war, veranlasste ihren Bruder Erich Maria Remarque, sich in seinem Werk mit dem Nationalsozialismus auseinanderzusetzen. Der Roman Der Funke Leben (1952) ist seiner Schwester gewidmet. Er hatte von ihrem Tod erst 1946 erfahren.

Im Jahr 1968 benannte ihre Geburtsstadt Osnabrück eine Straße nach ihr.

Gedenken

  • 1968 benannte ihre Geburtsstadt Osnabrück eine Straße nach ihr.
  • In Dresden erinnert seit September 2013 ein „Stolperstein“ an Elfriede Scholz.
  • Zum 70. Todestag Elfriede Scholz’, dem 16. Dezember 2013, wurde in Berlin-Charlottenburg eine Gedenktafel enthüllt.
  • Zum 75. Todestag, am 16. Dezember 2018, wurde ein Gedenkstein auf der Grabstätte der Mutter Anna Maria Remark auf dem Hasefriedhof Osnabrück aufgestellt.

Dokumentation

  • Zum Tode verurteilt – Elfriede Scholz, Schwester von Erich Maria Remarque (Regie: Kurt Rittig, 2005)1

Eleonore Manfroni

Eleonore Manfroni stellte 1816 ein Gesuch um Concession für eine Speisewirtschaft.1

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Martha Urbach

Martha Urbach, geborene Hentschel, wurde am 17. Mai 1900 geboren. Ihr Mann Jacob Benjamin Urbach wurde am 5. November 1893 in Alexandrowo, im heutigen Polen geboren. Er arbeitete als Vertreter und befand sich seit dem 25. August 1917 in Sachsen. Das Ehepaar hatte die drei Kinder Siegfried, Fanny und Edith.

Salomon Siegfried Urbach wurde am 25. März 1920, seine Schwestern Fanny Urbach am 13. März 1921 und Edith Urbach am 5. Dezember 1922 in Dresden geboren. Siegfried feierte 1933 in der Synagoge seine Bar Mizwah. Zum Unterhalt der Familie konnte er als Arbeitsbursche beitragen. Fanny ging auf die 22. Volksschule in der Louisenstraße, ab 1937 besuchte sie gemeinsam mit ihrer Schwester Edith die 2. Mädchen-Berufsschule in Dresden.

Jacob Urbach wurde bereits 1936 nach Polen ausgewiesen und gilt seitdem als verschollen. Siegfried wurde vermutlich gemeinsam mit seiner Mutter während der sogenannten Polen-Aktion am 28. Oktober 1938 nach Polen ausgewiesen. Vermutlich lebten beide im Ghetto in Łódź. Das Schicksal der beiden ist ebenfalls unbekannt. Die beiden Schwestern Fanny Urbach und Edith Urbach konnten fliehen (nach Palästina) und überlebten die Verfolgungen. Quellen behaupten, dass Edith im Kibbuz El Haschoveth gelebt hat, Fanny ab 1947 in Wien lebte und ab 1960 ebenfalls nach Israel ging.

Gedenken

Am 5. Dezember 2013 wurden zur Erinnerung an die Familie Urbach fünf Stolpersteine auf der Königsbrücker Straße 37 (Dresden-Äußere Neustadt) gesetzt.1

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Marion Steinhart

Marion Steinhart kam am 26. Juli 1931 in Dresden zur Welt. Ihre Eltern waren Kurt und Sonja Steinhart, geb. Goldschmidt. Ihre Großeltern väterlicherseits Richard und Bertha Steinhart, geb. Auerbach.  Sie musste mit ihrem Bruder und ihrer Mutter in das „Judenhaus“ auf der Strehlener Straße ziehen und wurde mit ihnen 1942 in das „Judenlager Hellerberg“ sowie ein Jahr später in das KZ Auschwitz deportiert, wo sie ermordet wurde.

Gedenken

Am 24. September 2013 wurden zur Erinnerung an die Familie Steinhart (Richard und Bertha Steinhart, deren Sohn Kurt Steinhart, und die Enkel Marion Steinhart und Gert Steinhart) fünf Stolpersteine auf der Bernhardstraße 39 (Dresden-Südvorstadt) gesetzt. Bereits am 11. Juni 2011 wurde zur Erinnerung an die Schwiegertochter Sonja Steinhart ein Stolperstein auf der Bernhardstraße 39 (Dresden-Südvorstadt) gesetzt.1

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Ella Law

Ella Law (31.01.1859-03.01.19291; geb. Ella Mary Law, auch Lau) war eine Frauenrechtlerin und Kleider- und Sozialreformerin. Law, deren Eltern vermutlich aus London stammen (Mutter Susanne Marie Juliane Law, geb. Willert) , war sozial und politisch engagiert. Ihr Name findet sich auf der Liste der Wahlvorschläge zur Volkskammer 19192, zur Stadtverordnetenwahl 1921 ließ sich „Privata Ella Lau“ aufstellen. Law trat für zeitgemäße Frauenkleidung ein: Seit der Gründung des Dresdner Vereins für Verbesserung der Frauenkleidung 1897 war sie bis kurz vor ihrem Tod aktive Vorständin3. Durch ihr Engagement wurde Dresden von 1903 bis 1906 zum „Hauptort“ des Landesverbands. Sie setzte sich für dessen Teilnahme an der Internationalen Hygiene-Ausstellung 1911 in Dresden ein, wo der Verband eine Silbermedaille gewann. Im Verein Volkswohl war Law von 1902 bis 1928 Vorständin4. Am 21. November 1917 gründete sie den Landesverband Sächsischer Frauenvereine mit und wurde einstimmig zu dessen Vorsitzenden gewählt5.

Zunächst lebte sie Wachwitz6, später in Seevorstadt (Moltkeplatz 87 und Moltkeplatz 48).

1897–1928 Vorständin des Dresdner Vereins für Verbesserung der Frauenkleidung

1901 Publikation Die Reform der Frauenkleidung in wissenschaftlicher und gesundheitlicher Beziehung

1902–1928 Vorständin im Verein Volkswohl

1903–1906 Redaktionsleitung der Vereinsmitteilung der Freien Vereinigung für Verbesserung der Frauenkleidung

1904 Konferenzvorsitz International League for the Reform of Women’s Dress

1907 Vertretung im Internationalen Verband für Verbesserung der Frauenkleidung

1911 Mitwirkung bei der Internationalen Hygiene-Ausstellung in Dresden

1917 Mitgründung und Vorsitz des Landesverbandes Sächsischer Frauenvereine

1919 auf Wahlliste zur Volkskammer

1921 Aufstellung zur Stadtverordnetenwahl

Dorothee Elisabeth Mühlbach

Dorothee Elisabeth Mühlbach ersuchte 1764 um ihre Annahme als Hebamme.1,2

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Dorothea Schlegel

Dorothea Friederike Schlegel, geboren als Brendel Mendelssohn, seit 1814 auch von Schlegel, war eine Literaturkritikerin und Schriftstellerin der Romantik, Lebensgefährtin und spätere Ehefrau von Friedrich Schlegel. Die Tochter des jüdischen Aufklärers Moses Mendelssohn war eine der prominentesten jüdischen Frauen, die um 1800 zum Christentum übertraten.

Brendel Mendelssohn wurde am 24. Oktober 1764 als zweite Tochter von Moses und Fromet Mendelssohn geboren. Mit vierzehn Jahren wurde sie im Jahr 1778 mit dem zehn Jahre älteren Kaufmann Simon Veit verlobt, den sie am 30. April 1783 im Alter von achtzehn Jahren heiratete. Zwischen 1787 und 1793 bekam sie vier Söhne, von denen zwei überlebten: Johannes Veit und Philipp Veit, die später zu den Mitbegründern der nazarenischen Malerschule wurden. Im Salon ihrer Freundin Henriette Herz lernte sie im Juli 1797 den jungen Friedrich Schlegel kennen, der noch im selben Jahr ihr Geliebter wurde. Friedrich Schlegels für damalige Verhältnisse skandalöser Roman Lucinde (1799) ist eine ins Programmatische ausgeweitete Darstellung ihrer freizügigen Beziehung.

Am 11. Januar 1799 ließ sich das Ehepaar Veit durch ein Rabbinatsgericht scheiden. Brendel Veit erhielt das Sorgerecht für ihren jüngeren Sohn Philipp Veit unter der Bedingung, nicht wieder zu heiraten, sich nicht taufen zu lassen und ihre Kinder nicht zum Übertritt zum Christentum zu bewegen. Durch die Scheidung verlor sie außerdem die Berechtigung, in Berlin zu leben. Seit der Scheidung nannte sie sich Dorothea, indem sie ihren jüdischen Vornamen ablegte. Sie lebte nun frei und öffentlich mit Friedrich Schlegel zusammen. Sie zog mit ihm, seinem Bruder August Wilhelm Schlegel und dessen Frau Caroline nach Jena, um dort, wo sich mit Novalis, Ludwig Tieck und Schelling ein Zentrum der literarischen Romantik etablierte, eine Lebens- und Arbeitsgemeinschaft zu bilden. Dorothea wurde durch die Jenaer Gemeinschaft zum ersten Band des Romans Florentin (1801) angeregt, der anonym unter der Herausgeberschaft Friedrich Schlegels erschien und in dem sie Goethes Wilhelm Meister und Tiecks Franz Sternbalds Wanderungen nacheiferte.

1802 übersiedelte das Paar nach Paris, wo Dorothea 1804 zum Protestantismus übertrat und die Trauung mit Friedrich Schlegel vollzog. Im selben Jahr zog das Ehepaar nach Köln. In den folgenden Jahren übersetzte sie verschiedene Werke aus dem Französischen, darunter Erinnerungen wie jene der Margarete von Valois, Rittergeschichten sowie Germaine de Staëls Roman Corinna oder Italien (vier Bände, 1807), der wiederum unter dem Namen ihres Mannes als Herausgeber und Übersetzer erschien. Schlegel sollte viele Arbeiten seiner Frau sogar in seine Werkausgabe aufnehmen. Dorothea verstand sich auch selbst als Zuarbeiterin ihres Mannes und wünschte sich, „Friedrich sein Geselle zu werden“. In den von Schlegel herausgegebenen Zeitschriften erschienen zudem literaturkritische Arbeiten seiner Frau.

1808 wechselte Dorothea, noch in Köln, erneut die Religion, diesmal gemeinsam mit Friedrich Schlegel, indem beide zum Katholizismus übertraten – wofür Schlegels protestantische Familie, die diesen Religionswechsel missbilligte, sie verantwortlich machte. Die Tochter des prominenten jüdischen Vertreters der Aufklärung und Toleranz war nun gemeinsam mit ihrem zweiten Mann davon überzeugt, dass es außerhalb der katholischen Kirche kein Heil gebe, und bemühte sich, unter ihren Freunden und in ihrer Familie Proselyten zu werben, worauf sich auch ihre beiden Söhne katholisch taufen ließen. 1808 zog das Paar auch nach Wien, wo Dorothea Schlegel zeitweise Umgang mit Rahel Varnhagen von Ense – einer alten Freundin aus Berliner Tagen –, Wilhelm von Humboldt und Joseph von Eichendorff pflegte. Nach einem vorübergehenden Aufenthalt in Frankfurt am Main (1816–1818), wo ihr Mann als österreichischer Diplomat beim Bundestag des Deutschen Bundes tätig war, zog das Paar 1818 nach Rom, wo Dorotheas nazarenisch gesinnte Söhne als Maler arbeiteten. Als ihr Mann 1829 in Dresden starb, übersiedelte sie nach Frankfurt zu ihrem Sohn Philipp, der dort Direktor des Städelschen Kunstinstituts war.

Ihr Grab befindet sich auf dem Frankfurter Hauptfriedhof, im Gewann B, Grabnummer 180.

Ehrungen

Nach ihr ist der Dorothea-Schlegel-Platz in Berlin sowie die Dorothea-Veit-Straße in Jena-Lobeda benannt.1